So funktioniert der Leasingrechner
Leasingangebote sind bewusst schwer vergleichbar. Beworben wird fast immer nur die Monatsrate, manchmal noch der Leasingfaktor – Leasingsonderzahlung, Überführung und Zulassung stehen dagegen klein gedruckt daneben. Genau diese Posten rechnet der Rechner in die Rate hinein und macht daraus den effektiven Leasingfaktor. Dazu ermittelt er den kalkulatorischen Leasingzins, die Gesamtkosten der Laufzeit, den Preis je gefahrenem Kilometer und die zu erwartende Endabrechnung für Mehr- oder Minderkilometer.
Der effektive Leasingfaktor
Der klassische Leasingfaktor ist nichts anderes als die Monatsrate im Verhältnis zum Bruttolistenpreis. Er ist praktisch, weil er Fahrzeuge unterschiedlicher Preisklassen vergleichbar macht: 300 Euro für einen Kleinwagen sind teuer, für eine Oberklasselimousine geschenkt. Er hat aber zwei Schwächen. Erstens ignoriert er alle Einmalzahlungen – ein Angebot mit 5.000 Euro Sonderzahlung sieht damit spielend besser aus als eines ohne. Zweitens bezieht er sich auf den Listenpreis und nicht auf den tatsächlich verhandelten Preis, weshalb ein Modell mit hohem Listenpreis und viel Rabatt automatisch günstiger wirkt. Der effektive Faktor korrigiert wenigstens den ersten Punkt.
Wie sich ein Faktor einordnen lässt
| Effektiver Leasingfaktor | Einordnung | Typisch für |
|---|---|---|
| unter 0,50 | sehr günstig | Aktionen mit Herstellerzuschuss, Auslaufmodelle, Lagerfahrzeuge |
| 0,50 bis 0,70 | günstig | gute Angebote von Leasingportalen und Großhändlern |
| 0,70 bis 0,90 | marktüblich | Normalgeschäft beim Händler vor Ort |
| 0,90 bis 1,10 | teuer | kurze Laufzeiten, hohe Kilometerpakete, schwach nachgefragte Modelle |
| über 1,10 | sehr teuer | Angebot lohnt den Vergleich mit mindestens zwei weiteren Händlern |
Die Grenzen sind Erfahrungswerte des Marktes und keine Norm. Sie verschieben sich mit dem Zinsniveau: In Hochzinsphasen sind Faktoren unter 0,7 selten, in Phasen mit hohen Herstellerzuschüssen häufen sie sich.
Der Zins, den niemand ausweisen muss
Wirtschaftlich ist Leasing eine Finanzierung: Der Leasinggeber stellt das Fahrzeug, du zahlst den Wertverlust plus Zins ab und gibst den Rest am Ende zurück. Der Zinssatz, bei dem diese Gleichung aufgeht, ist der interne Zinsfuß – der Rechner ermittelt ihn aus Barkaufpreis, Anzahlung, Rate, Laufzeit und kalkuliertem Restwert. Wichtig ist der Unterschied zum Ratenkredit: Dort schreibt die Preisangabenverordnung einen Effektivzins vor, im Verbraucherleasing gibt es diese Pflicht nicht. Der Zins steckt unsichtbar in Rate und Restwert, und genau deshalb lohnt es sich, ihn selbst auszurechnen. Werte zwischen drei und sechs Prozent sind marktüblich; deutlich niedrigere Werte deuten auf einen Herstellerzuschuss hin, deutlich höhere auf ein schlechtes Angebot.
Kilometer, Restwert und die Endabrechnung
| Posten | Wie er abgerechnet wird | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Mehrkilometer | Cent je Kilometer über der vereinbarten Laufleistung | Manche Verträge rechnen erst oberhalb einer Freigrenze ab, andere ab dem ersten Kilometer, sobald die Grenze fällt |
| Minderkilometer | Erstattung je Kilometer unter der Laufleistung | Häufig niedriger angesetzt als der Mehrkilometersatz und oft auf 2.500 km gedeckelt |
| Rückgabeschäden | Gutachten bei der Rückgabe | Normale Gebrauchsspuren sind frei, die Abgrenzung ist der häufigste Streitpunkt |
| Restwert | trägt beim Kilometerleasing der Leasinggeber | Beim Restwertleasing trägt ihn der Kunde – dann droht eine Nachzahlung, die vorher niemand beziffern kann |
| Totalschaden | Vollkasko zahlt den Wiederbeschaffungswert | Der Leasinggeber verlangt den höheren Ablösewert; die Lücke schließt nur eine GAP-Deckung |
Häufige Fragen
Ist ein niedriger Leasingfaktor immer das bessere Angebot?
Nein. Der Faktor bezieht sich auf den Bruttolistenpreis, nicht auf den realen Wert des Fahrzeugs. Ein Modell, das ohnehin mit hohen Rabatten verkauft wird, erreicht rechnerisch mühelos einen guten Faktor. Aussagekräftiger ist die Kombination aus effektivem Faktor, kalkulatorischem Zins und den Gesamtkosten über die Laufzeit – und die Frage, was in der Rate enthalten ist. Ein Vertrag mit Wartungspaket darf teurer sein als einer ohne.
Warum ist die Leasingsonderzahlung so kritisch zu sehen?
Sie senkt die Monatsrate und damit den beworbenen Faktor, ohne dass das Angebot dadurch günstiger wird – du zahlst nur früher. Rechtlich ist sie zudem keine Anzahlung auf ein Fahrzeug, sondern eine vorweggenommene Miete. Bei Insolvenz des Leasinggebers oder bei vorzeitiger Vertragsauflösung nach einem Totalschaden ist der noch nicht verbrauchte Teil oft nur schwer zurückzuholen. Verträge ohne Sonderzahlung sind transparenter und im Zweifel sicherer.
Lohnt sich Leasing gegenüber dem Kauf?
Rein rechnerisch ist der Kauf mit späterem Verkauf fast immer günstiger, weil du keine Zinsmarge und keine Verwaltungskosten zahlst. Der Rechner stellt beides gegenüber. Leasing kauft dir dafür Planbarkeit und nimmt dir das Restwertrisiko ab: Du weißt vom ersten Tag an, was der Wagen im Monat kostet, und musst dich am Ende nicht um den Verkauf kümmern. Wer ein Auto lange fährt, fährt mit dem Kauf besser; wer alle drei Jahre wechseln will, findet im Leasing den bequemeren Weg.
Was ist in der Leasingrate nicht enthalten?
In aller Regel Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff oder Ladestrom, Reifen sowie Wartung und Verschleiß – letztere nur dann, wenn ein Servicepaket ausdrücklich vereinbart ist. Der Leasinggeber verlangt außerdem praktisch immer eine Vollkaskoversicherung mit niedriger Selbstbeteiligung, was die Versicherungsprämie gegenüber einem älteren Eigenwagen deutlich anhebt. Diese Posten gehören in jeden Vergleich, sonst wirkt die Rate günstiger als die tatsächlichen Kosten.
Kann ich einen Leasingvertrag vorzeitig beenden?
Ein Leasingvertrag läuft grundsätzlich über die vereinbarte Laufzeit; ein allgemeines Kündigungsrecht gibt es nicht. In der Praxis bleiben drei Wege: eine Ablösevereinbarung mit dem Leasinggeber, die meist teuer ist, die Übernahme des Vertrags durch einen Dritten über eine Leasingbörse, sofern der Leasinggeber zustimmt, oder das Aussitzen bis zum Laufzeitende. Bei Verträgen, die im Fernabsatz oder außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurden, kann zusätzlich ein Widerrufsrecht bestehen – die Frist beträgt üblicherweise vierzehn Tage.
Quellen
- Bürgerliches Gesetzbuch – Regelungen zum Finanzierungsleasing und zu Verbraucherverträgen über entgeltliche Finanzierungshilfen.
- Preisangabenverordnung – Pflicht zum Ausweis des effektiven Jahreszinses bei Verbraucherdarlehen, die für Leasingverträge nicht gilt.
- Interner Zinsfuß – finanzmathematisches Standardverfahren zur Bestimmung der Verzinsung einer Zahlungsreihe mit Restwert.
- Marktübliche Bandbreiten für Leasingfaktoren und Restwertquoten aus der Angebotsbeobachtung des Neuwagenmarkts; sie sind Erfahrungswerte und keine Norm.
- Alle Formeln und Tabellenwerte dieser Seite wurden gegen die Rechenlogik des Rechners auf dieser Seite geprüft.
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