ETF-Sparplan-Rechner

So funktioniert der ETF-Sparplan-Rechner

Der Rechner zeigt dir, was aus einer monatlichen Sparrate über die Jahre werden kann – und zwar nicht mit einer groben Überschlagsformel, sondern Monat für Monat durchgerechnet. Du gibst eine mögliche Einmalanlage zu Beginn ein, deine Sparrate, die erwartete Rendite, die laufenden Fondskosten und die Laufzeit. Heraus kommt das voraussichtliche Endkapital, aufgeschlüsselt danach, wie viel davon dein eigenes Geld ist und wie viel der Markt beigesteuert hat. Zusätzlich siehst du, was die Fondskosten über die Laufzeit gekostet haben und welche Kaufkraft das Endkapital in heutigem Geld hat.

Die Formel dahinter

Endkapital = Startkapital × (1 + i)^n + Sparrate × ((1 + i)^n − 1) ÷ i
mit i = (1 + Nettorendite)^(1/12) − 1 und n = Monate

Das ist die Rentenendwertformel für nachschüssige Zahlungen: Die Sparrate wird jeweils am Monatsende gutgeschrieben und verzinst sich ab dem Folgemonat. Der Monatszins wird geometrisch aus der Jahresrendite gezogen, nicht einfach durch zwölf geteilt – nur so ergeben zwölf Monate exakt wieder die angegebene Jahresrendite. Wenn du eine jährliche Dynamik einstellst, greift die geschlossene Formel nicht mehr, weil sich die Rate ändert; dann rechnet der Rechner die Monate einzeln durch. Genau das tut er ohnehin immer, damit beide Fälle identisch behandelt werden.

Warum die TER so viel ausmacht

Die Total Expense Ratio ist die jährliche Kostenquote eines Fonds. Sie wird nicht abgebucht, sondern laufend dem Fondsvermögen entnommen – der Kurs steigt einfach ein bisschen weniger. Aus 7 Prozent Marktrendite werden bei 0,20 Prozent TER also 6,80 Prozent, die bei dir ankommen. Das klingt nach einer Rundungsdifferenz, wirkt über Jahrzehnte aber wie ein Leck im Eimer: Nicht die Gebühr selbst tut weh, sondern dass das abgezogene Geld nie mehr mitwachsen kann.

TER pro JahrEndkapital nach 30 JahrenDifferenz
0,10 %rund 287.000 €
0,20 %rund 281.800 €rund 5.200 €
0,50 %rund 266.800 €rund 20.300 €
1,50 %rund 222.700 €rund 64.300 €

Beispielrechnung: 250 Euro monatlich, 7 Prozent Bruttorendite, 30 Jahre Laufzeit, ohne Einmalanlage. Der Unterschied zwischen einem günstigen Index-ETF und einem teuren aktiven Fonds ist hier größer als alles, was die meisten Sparer durch Markttiming je herausholen.

Welche Rendite ist realistisch?

Der Rechner macht keine Prognose, sondern rechnet die Annahme durch, die du eingibst. Als Orientierung: Breit streuende Aktienindizes lieferten über sehr lange Zeiträume im Schnitt grob 6 bis 8 Prozent pro Jahr nominal. Dieser Durchschnitt ist allerdings eine Rückschau und keine Zusage – einzelne Jahrzehnte lagen deutlich darunter, andere darüber. Wer vorsichtig plant, rechnet lieber mit 5 Prozent und freut sich, wenn es mehr wird. Wichtiger als die dritte Nachkommastelle der Renditeannahme ist die Frage, ob du die Sparrate auch in einem schlechten Börsenjahr durchhältst.

Nominal oder real – warum beide Zahlen zählen

Das Endkapital in der großen Zahl ist ein nominaler Betrag: So viele Euro stehen am Ende im Depot. Was du dir dafür kaufen kannst, ist eine andere Frage. Bei 2 Prozent Inflation hat ein Euro in 30 Jahren nur noch gut die Hälfte der heutigen Kaufkraft. Deshalb weist der Rechner das Ergebnis zusätzlich in heutigem Geld aus. Für die Frage „reicht das für meinen Ruhestand?“ ist diese reale Zahl die ehrlichere.

Was der Rechner bewusst nicht abbildet

Steuern bleiben außen vor. In Deutschland fallen auf Kursgewinne und Ausschüttungen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an, wobei der Sparerpauschbetrag und die Teilfreistellung bei Aktienfonds einen Teil davon abfedern und die Vorabpauschale bereits während der Laufzeit greift. Ebenfalls nicht enthalten sind Ordergebühren des Brokers, Ausgabeaufschläge und die Tatsache, dass reale Kurse schwanken statt gleichmäßig zu steigen. Das Ergebnis ist deshalb eine Modellrechnung, keine Vermögensprognose – und ausdrücklich keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Warum wird der Monatszins nicht einfach durch zwölf geteilt?

Weil sich Zinsen unterjährig mitverzinsen. 7 Prozent geteilt durch zwölf ergäbe zwölfmal aufgezinst 7,23 Prozent im Jahr – das Ergebnis wäre systematisch zu hoch. Der geometrische Weg (1,07 hoch ein Zwölftel) liefert 0,565 Prozent pro Monat, und zwölf solcher Monate ergeben exakt 7 Prozent.

Was bringt die jährliche Dynamik?

Sie erhöht deine Sparrate jedes Jahr um einen festen Prozentsatz und gleicht damit Gehaltssteigerungen und Inflation aus. Schon 3 Prozent Dynamik heben die Rate nach 20 Jahren um gut 75 Prozent an und erhöhen das Endkapital deutlich – ohne dass es sich im Alltag je nach Verzicht anfühlt, weil die Erhöhung mit dem Einkommen mitwächst.

Einmalanlage oder lieber in Raten investieren?

Rein rechnerisch gewinnt meistens die Einmalanlage, weil das Geld länger investiert ist. Der gestreckte Einstieg kauft dafür Ruhe: Er verteilt das Risiko, ausgerechnet vor einem Rückschlag alles auf einmal investiert zu haben. Der Rechner erlaubt beides gleichzeitig – Startkapital plus laufende Rate.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Der Rechner unterstellt, dass Erträge wieder angelegt werden, entspricht also einem thesaurierenden Fonds oder einem ausschüttenden mit automatischer Wiederanlage. Lässt du dir Ausschüttungen aufs Konto zahlen und gibst sie aus, fällt das Endkapital entsprechend niedriger aus.

Was passiert bei einem Börsencrash kurz vor Schluss?

Genau das ist das größte Risiko dieser Rechnung: Die gleichmäßige Rendite existiert nur im Modell. Ein Einbruch im letzten Jahr vor dem geplanten Verkauf trifft das größte Depot. Deshalb schichten viele Anleger in den letzten Jahren vor dem Entnahmestart schrittweise in schwankungsärmere Anlagen um.

Quellen

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