Umschuldungsrechner

So funktioniert der Umschuldungsrechner

Eine Umschuldung ist schnell erklärt: Ein neuer, günstigerer Kredit löst den alten ab. Ob sie sich lohnt, entscheidet aber nicht die Monatsrate, sondern eine Rechnung, die drei Dinge gleichzeitig im Blick behält – die Zinsen, die der Altkredit noch kosten würde, die Zinsen des neuen Kredits und die einmaligen Wechselkosten. Genau diese Rechnung stellt der Rechner auf: Er simuliert beide Kredite Monat für Monat bis zur letzten Rate und vergleicht den kompletten Weg bis zur Schuldenfreiheit.

Der häufigste Fehler ist der Blick auf die Rate allein. Eine niedrigere Rate bei längerer Laufzeit fühlt sich wie eine Ersparnis an und ist trotzdem oft ein Verlustgeschäft – der Rechner weist in diesem Fall ausdrücklich darauf hin und rechnet den Laufzeiteffekt ehrlich mit ein.

Die Formel

Ersparnis = Zinsen des Altkredits − Zinsen des neuen Kredits − Vorfälligkeitsentschädigung − weitere Wechselkosten

Der neue Kredit übernimmt dabei nicht nur die Restschuld, sondern auch die mitfinanzierten Wechselkosten – so, wie es in der Praxis abläuft, wenn die neue Bank den Ablösebetrag direkt an die alte überweist.

Was ein besserer Zins wirklich bringt

Das Standardbeispiel des Rechners: 15.000 Euro Restschuld zu 7,9 Prozent, noch 48 Monate zu laufen, alte Rate 365,49 Euro, Vorfälligkeitsentschädigung 150 Euro (der gesetzliche Höchstbetrag von 1 Prozent). So verändert der Zins des neuen Angebots das Ergebnis:

Neuer SollzinsNeue RateErsparnis nach allen Kosten
7,5 %366,31 €−39,37 € – lohnt sich nicht
7,0 %362,79 €129,82 €
6,5 %359,28 €298,01 €
6,0 %355,80 €465,21 €
5,5 %352,34 €631,42 €
5,0 %348,89 €796,62 €
4,5 %345,47 €960,83 €

Zwei Dinge lassen sich daran ablesen. Erstens: Schon ein guter Prozentpunkt Unterschied bringt in diesem Beispiel mehrere Hundert Euro. Zweitens: Zwischen 7,5 und 7,0 Prozent kippt das Vorzeichen – irgendwo dazwischen liegt der Break-even. Der Rechner bestimmt diesen Punkt exakt per Nullstellensuche und gibt ihn bei jedem Ergebnis mit aus; im Beispiel liegt er bei 7,38 Prozent. Alles darunter lohnt sich trotz der Wechselkosten, alles darüber nicht.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist gedeckelt – beim Ratenkredit

Wer einen Ratenkredit vorzeitig ablöst, darf das jederzeit (§ 500 BGB). Die Bank darf dafür eine Entschädigung verlangen, aber § 502 BGB setzt eine harte Grenze: höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags, bei einer Restlaufzeit von höchstens zwölf Monaten nur 0,5 Prozent – und niemals mehr als die Zinsen, die ohne die Ablösung noch angefallen wären.

RestschuldHöchstbetrag (Restlaufzeit über 1 Jahr)Höchstbetrag (unter 1 Jahr)
5.000 €50 €25 €
15.000 €150 €75 €
30.000 €300 €150 €

Der Rechner setzt diesen Höchstbetrag auf Wunsch automatisch an. Für Immobilienkredite gilt der Deckel nicht: Dort berechnet die Bank ihren tatsächlichen Zinsschaden, der schnell mehrere Prozent der Restschuld ausmacht. Dafür kennt das Gesetz eine Hintertür: Zehn Jahre nach der vollständigen Auszahlung darf jedes Darlehen nach § 489 BGB mit sechs Monaten Frist gekündigt werden – ganz ohne Entschädigung, egal wie lange die Zinsbindung noch läuft.

Der beste Kandidat ist nicht der Ratenkredit

Der teuerste Kredit, den die meisten Menschen haben, ist der Dauer-Dispo. Ein um 3.000 Euro überzogenes Konto zu 12 Prozent kostet rund 30 Euro im Monat, ohne dass sich je etwas an der Schuld ändert – der Dispo verlangt keine Tilgung. Wandelt man ihn in einen Ratenkredit zu 6 Prozent über 36 Monate um, spart das im Rechner 301,58 Euro an Zinsen, und nach drei Jahren ist die Schuld weg statt unverändert da. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt beim Dispo nicht an.

Der stärkste Hebel: die alte Rate einfach weiterzahlen

Wer umschuldet und die neue, niedrigere Rate wählt, nimmt die Ersparnis als monatliche Entlastung. Wer stattdessen die gewohnte alte Rate weiterzahlt, steckt die komplette Zinsersparnis in die Tilgung – und ist schneller fertig. Der Rechner weist diese Variante bei jedem Ergebnis separat aus, mit neuer Laufzeit und Gesamtersparnis.

Häufige Fragen

Schadet eine Umschuldung meiner Schufa?

Nicht, wenn sie richtig beantragt wird. Entscheidend ist der Verwendungszweck „Umschuldung“ im Kreditantrag: Dann prüft die neue Bank die Rate anstelle der alten und nicht zusätzlich, und sie überweist den Ablösebetrag in der Regel direkt an die alte Bank. Der alte Kredit wird als erledigt gemeldet, der neue tritt an seine Stelle. Was der Bonität tatsächlich schadet, sind viele Kreditanfragen kurz hintereinander – deshalb bei Vergleichen immer auf „Konditionsanfrage“ statt „Kreditanfrage“ achten, nur die ist Schufa-neutral.

Darf die neue Bank eine Bearbeitungsgebühr verlangen?

Nein. Der Bundesgerichtshof hat Bearbeitungsentgelte für Verbraucherkredite mit zwei Urteilen vom 13. Mai 2014 für unzulässig erklärt – die Bearbeitung des Antrags liegt im eigenen Interesse der Bank. Taucht in einem Angebot trotzdem eine „Bearbeitungsgebühr“ oder ein „Auszahlungsabschlag“ auf, gehört das Angebot aussortiert oder der Posten gestrichen. Kosten eines Vermittlers sind dagegen möglich und müssen im effektiven Jahreszins enthalten sein.

Kann ich mehrere Kredite zu einem zusammenfassen?

Ja, das ist sogar einer der häufigsten Umschuldungsgründe. Addiere die Restschulden aller Kredite und trage die Summe als Restschuld ein; als Altzins nimmst du näherungsweise den gewichteten Durchschnitt der Zinssätze. Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt je Kredit an, jeweils gedeckelt auf 1 beziehungsweise 0,5 Prozent. Nebeneffekt der Bündelung: eine einzige Rate statt mehrerer Abbuchungstermine – und oft ein besserer Zins, weil ein größerer Kredit für die Bank attraktiver ist als drei kleine.

Wann lohnt sich eine Umschuldung nicht?

Wenn der Zinsvorteil die Wechselkosten nicht mehr hereinholt – typischerweise kurz vor dem Ende der Laufzeit, weil dann kaum noch Zinsen anfallen, an denen sich sparen ließe. Der Rechner zeigt das automatisch: Die Ersparnis wird negativ, und der Break-even-Zins rückt dicht an den Altzins heran. Vorsicht auch bei Angeboten, die nur über eine deutlich längere Laufzeit eine niedrigere Rate erzeugen: Das ist keine Ersparnis, sondern eine Streckung – der Rechner rechnet diesen Effekt mit ein und warnt.

Quellen

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