Margenrechner

So funktioniert der Margenrechner

Marge, Aufschlag und Kalkulationsfaktor beschreiben dieselbe Spanne zwischen Einkauf und Verkauf – nur gemessen an unterschiedlichen Bezugsgrößen. Genau deshalb werden sie ständig verwechselt, und genau deshalb kalkulieren sich Selbstständige damit systematisch arm. Der Rechner zerlegt die drei Zahlen sauber, rechnet sie ineinander um und zeigt gleich mit, was daraus folgt: Rohgewinn je Stück, Bruttopreis mit Umsatzsteuer, Deckungsbeitrag über die Menge, Gewinnschwelle und die Wirkung von Skonto und Rabatt.

Vier Rechenwege stehen zur Wahl. Du kannst Einkaufs- und Verkaufspreis eingeben und wissen wollen, was dabei herauskommt. Du kannst vom Einkaufspreis und einer Wunsch-Marge ausgehen und den nötigen Verkaufspreis suchen. Du kannst mit einem Kalkulationsaufschlag arbeiten, wie es der Handel traditionell tut. Oder du gehst rückwärts vom Verkaufspreis aus und fragst, welcher Einkaufspreis noch trägt.

Drei Zahlen, eine Spanne

Selbstkosten = Einkaufspreis + Stückkosten
Rohgewinn = Verkaufspreis − Selbstkosten
Marge = Rohgewinn ÷ Verkaufspreis × 100  ·  Aufschlag = Rohgewinn ÷ Selbstkosten × 100  ·  Faktor = Verkaufspreis ÷ Selbstkosten

Die Marge – im Handel auch Handelsspanne genannt – misst den Rohgewinn am Verkaufspreis und beantwortet die Frage: Wie viel von jedem Euro Umsatz bleibt bei mir? Der Kalkulationsaufschlag misst denselben Rohgewinn am Einkaufspreis und beantwortet die Frage: Wie viel muss ich draufschlagen? Weil der Verkaufspreis immer größer ist als der Einkaufspreis, ist der Aufschlag immer die größere Zahl. Wer 40 Prozent Marge braucht, muss 66,67 Prozent aufschlagen. Wer stattdessen 40 Prozent aufschlägt, landet bei nur 28,6 Prozent Marge – und wundert sich am Jahresende.

Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100  ·  Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100

Umrechnungstabelle

KalkulationsaufschlagMargeKalkulationsfaktor
10 %9,1 %× 1,100
20 %16,7 %× 1,200
25 %20,0 %× 1,250
33,33 %25,0 %× 1,333
50 %33,3 %× 1,500
66,67 %40,0 %× 1,667
100 %50,0 %× 2,000
150 %60,0 %× 2,500
200 %66,7 %× 3,000
300 %75,0 %× 4,000

Der berühmte Faktor 2 aus dem Einzelhandel entspricht damit exakt 100 Prozent Aufschlag und 50 Prozent Marge. Und eine Marge von 100 Prozent ist rechnerisch unmöglich, solange der Einkauf mehr als null kostet – wer sie fordert, meint den Aufschlag.

Warum die Umsatzsteuer nicht in die Margenrechnung gehört

Für ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten: eingenommen und an das Finanzamt weitergereicht, die gezahlte Vorsteuer wird gegengerechnet. In einer Margenrechnung hat sie deshalb nichts verloren. Wer einen Bruttoverkaufspreis mit einem Nettoeinkaufspreis vergleicht, rechnet sich um genau den Steuersatz reicher – bei 19 Prozent ist das kein Rundungsfehler mehr, sondern die halbe Marge.

Besonders tückisch wird es, wenn Einkauf und Verkauf unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen oder wenn ein Kleinunternehmer nach § 19 UStG gar keine Umsatzsteuer ausweist. Der Rechner löst das, indem er konsequent netto rechnet und den Bruttopreis nur als zusätzliche Zeile ausgibt – als den Preis, der im Schaufenster steht.

Was Rabatt und Skonto wirklich kosten

nötiger Mehrabsatz = Marge ÷ (Marge − Rabatt) − 1

Ein Rabatt wird in Prozent vom Preis gegeben, bezahlt wird er aber vollständig aus dem Rohgewinn. Deshalb ist die Frage nach dem Ausgleich über die Menge fast immer ernüchternd – und deshalb steht die Tabelle hier.

Deine Marge5 % Rabatt10 % Rabatt20 % Rabatt
20 %+33,3 % Absatz+100 % Absatznicht aufholbar
30 %+20,0 % Absatz+50 % Absatz+200 % Absatz
40 %+14,3 % Absatz+33,3 % Absatz+100 % Absatz
50 %+11,1 % Absatz+25,0 % Absatz+66,7 % Absatz

Liegt der Rabatt über der Marge, ist er rechnerisch gar nicht mehr aufholbar: Jedes zusätzlich verkaufte Stück vergrößert dann den Verlust. Skonto wirkt nach derselben Mechanik, nur leiser. Zwei Prozent auf den Verkaufspreis klingen harmlos, kosten bei 20 Prozent Marge aber ein Zehntel des gesamten Rohgewinns und bei 10 Prozent Marge ein Fünftel.

Marge vorherMarge nach 2 % SkontoVerlust am Rohgewinn
10 %8,16 %20,0 %
20 %18,37 %10,0 %
30 %28,57 %6,7 %
40 %38,78 %5,0 %
50 %48,98 %4,0 %

Aus Sicht des Kunden ist Skonto übrigens ein hervorragendes Geschäft: Zwei Prozent Nachlass für eine Zahlung 20 Tage vor Fälligkeit entsprechen einem Jahreszins von über 36 Prozent. Deshalb zieht ihn praktisch jeder, der kann – und deshalb sollte er von Anfang an einkalkuliert und nicht nachträglich gewährt werden.

Beispiel: 60 Euro Einkauf, 100 Euro Verkauf

KennzahlErgebnis
Rohgewinn je Stück40,00 €
Marge40,00 %
Kalkulationsaufschlag66,67 %
Kalkulationsfaktor× 1,667
Verkaufspreis brutto (19 %)119,00 €
Deckungsbeitrag bei 100 Stück4.000,00 €
Gewinnschwelle bei 10.000 € Fixkosten250 Stück
Marge nach 2 % Skonto38,78 %

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Gewinn?

Die Marge, die dieser Rechner ausgibt, ist eine Rohmarge oder Handelsspanne: Verkaufspreis minus die direkt zurechenbaren Stückkosten. Was danach noch kommt – Miete, Personal, Software, Versicherungen, Marketing, Retouren, Zahlungsausfälle und am Ende die Steuern auf den Gewinn –, steckt nicht darin. Deshalb heißt die Zwischengröße Deckungsbeitrag: Sie deckt zuerst die Fixkosten, und erst was darüber hinausgeht, ist Gewinn.

Welche Marge ist normal?

Das hängt vollständig von der Branche ab und lässt sich nicht sinnvoll verallgemeinern. Im Lebensmittel- und Elektronikhandel sind einstellige Margen üblich, weil das Geschäft über die Menge läuft. Im Fachhandel liegen 25 bis 40 Prozent im normalen Bereich. Bei Eigenmarken, Dienstleistung, Gastronomie und Software sind 50 Prozent und mehr üblich, weil dort ein großer Teil der Kosten fix ist und aus der Spanne mitgetragen werden muss. Eine hohe Marge ist deshalb kein Zeichen von Übervorteilung, sondern meistens ein Hinweis auf eine andere Kostenstruktur.

Wohin gehören Versandkosten und Verkaufsgebühren?

In das Feld für zusätzliche Stückkosten, sofern sie pro verkauftem Stück anfallen und nicht vom Kunden getragen werden – Verpackung, Porto, Zahlungsgebühren, Marktplatzprovision. Der Rechner behandelt sie wie einen höheren Einkaufspreis, was betriebswirtschaftlich korrekt ist. Alles, was unabhängig von der Stückzahl anfällt, gehört stattdessen in die Fixkosten.

Wie komme ich vom Wunschgewinn zum Preis?

Über den Modus mit Wunsch-Marge. Der Rechner löst die Formel nach dem Verkaufspreis auf: Verkaufspreis = Selbstkosten ÷ (1 − Marge ÷ 100). Wichtig ist, dabei nicht mit dem Aufschlag zu rechnen – 40 Prozent Aufschlag auf 60 Euro ergeben 84 Euro und damit nur 28,6 Prozent Marge, 40 Prozent Marge verlangen dagegen 100 Euro.

Ersetzt der Rechner eine Kalkulation oder eine Beratung?

Nein. Er rechnet eine Handelsspanne aus den Zahlen, die du eingibst, und macht die typischen Umrechnungsfehler sichtbar. Eine vollständige Kalkulation mit Gemeinkostenverteilung, eine Preisstrategie und alles Steuerliche gehören zu Steuerberatung und Unternehmensberatung. Der Rechner ist weder das eine noch das andere.

Quellen

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