Arbeitstage-Rechner

So funktioniert der Arbeitstage-Rechner

Der Rechner zählt die Arbeitstage zwischen zwei beliebigen Daten oder für ein ganzes Kalenderjahr – und zwar mit den gesetzlichen Feiertagen deines Bundeslandes, nicht mit einer Pauschalzahl. Die beweglichen Feiertage berechnet er für jedes Jahr selbst, deshalb funktioniert er auch für 2030 oder 1995 ohne hinterlegte Tabellen. Zusätzlich kannst du die Arbeitswoche umstellen (Montag bis Freitag, bis Samstag oder nur bis Donnerstag), Heiligabend und Silvester als halbe oder ganze freie Tage behandeln, eigene Urlaubstage abziehen und im dritten Modus das Datum bestimmen, das genau N Arbeitstage in der Zukunft oder Vergangenheit liegt.

Arbeitstage = Kalendertage − freie Wochentage − Feiertage auf Arbeitstagen − eigene freie Tage

Entscheidend ist das Wort „auf Arbeitstagen“: Ein Feiertag, der auf einen Samstag oder Sonntag fällt, kostet keinen Arbeitstag – er bringt aber auch keinen Ersatztag. Anders als in Großbritannien, Spanien oder Belgien kennt das deutsche Feiertagsrecht keine Nachholregel. Genau daran hängen die Unterschiede zwischen den Jahren: 2026 fallen der Tag der Deutschen Einheit (Samstag), Allerheiligen (Sonntag) und der zweite Weihnachtstag (Samstag) aufs Wochenende – drei Feiertage, die ersatzlos verschenkt sind.

Arbeitstage 2026 und 2027 nach Bundesland

Bei einer 5-Tage-Woche ohne eigene Urlaubstage ergeben sich diese Werte:

BundeslandFeiertage auf Mo–Fr 2026Arbeitstage 2026Arbeitstage 2027
Baden-Württemberg9252253
Bayern9252253
Berlin7254255
Brandenburg7254256
Bremen7254256
Hamburg7254256
Hessen8253255
Mecklenburg-Vorpommern7254255
Niedersachsen7254256
Nordrhein-Westfalen8253254
Rheinland-Pfalz8253254
Saarland8253254
Sachsen8253255
Sachsen-Anhalt8253255
Schleswig-Holstein7254256
Thüringen7254255

Die Spanne ist klein, aber real: Wer in Augsburg arbeitet, hat mit dem Friedensfest (8. August, nur im Stadtgebiet) sogar noch einen Tag weniger als das übrige Bayern – solche kommunalen Sonderfälle bildet der Rechner bewusst nicht ab, ebenso wenig wie Mariä Himmelfahrt, das in Bayern nur in überwiegend katholischen Gemeinden gilt.

Werktag, Arbeitstag, Kalendertag – drei verschiedene Dinge

Die drei Begriffe werden ständig verwechselt, und der Unterschied kostet im Zweifel Geld. Ein Kalendertag ist jeder Tag. Ein Werktag ist nach dem Bundesurlaubsgesetz jeder Tag, der kein Sonntag und kein gesetzlicher Feiertag ist – der Samstag zählt also mit. Ein Arbeitstag ist schließlich der Tag, an dem du persönlich arbeiten musst. Deshalb sind die „mindestens 24 Werktage“ Urlaub aus § 3 BUrlG kein üppiges Geschenk, sondern exakt vier Wochen: 24 Werktage ÷ 6 Werktage pro Woche = 4 Wochen, was bei einer 5-Tage-Woche 20 Arbeitstagen entspricht. Steht im Arbeits- oder Tarifvertrag „30 Tage Urlaub“, lohnt der Blick, ob Werk- oder Arbeitstage gemeint sind – der Rechner weist beide Zahlen getrennt aus.

Wie die beweglichen Feiertage berechnet werden

Acht der deutschen Feiertage hängen am Osterdatum: Karfreitag liegt zwei Tage vor dem Ostersonntag, Christi Himmelfahrt 39 Tage danach, der Pfingstmontag 50 und Fronleichnam 60 Tage danach. Das Osterdatum selbst berechnet der Rechner mit der Osterformel von Carl Friedrich Gauß (1800) in der erweiterten Fassung, die für alle Jahre des gregorianischen Kalenders gilt. Der Buß- und Bettag – als gesetzlicher Feiertag nur noch in Sachsen – ist der Mittwoch vor dem 23. November. So kommt der Rechner ohne gepflegte Feiertagslisten aus und bleibt für jedes Jahr korrekt.

Wofür man die Zahl wirklich braucht

Am häufigsten für die Steuererklärung: Die Entfernungspauschale gibt es je Arbeitstag, an dem du tatsächlich zur ersten Tätigkeitsstätte gefahren bist. Ohne Einzelnachweis akzeptieren Finanzämter üblicherweise 220 bis 230 Fahrten bei einer 5-Tage-Woche – wer wegen weniger Urlaub oder Krankheit mehr ansetzt, sollte die Tage belegen können. Daneben: Projekt- und Personalplanung (Arbeitstage × Stunden pro Tag = verfügbares Stundenbudget, der Rechner rechnet das mit), Lieferzusagen („innerhalb von 10 Arbeitstagen“) und Elternzeit- oder Teilzeitmodelle, für die sich die Arbeitswoche im Rechner umstellen lässt.

Häufige Fragen

Zählt der Samstag als Arbeitstag?

Kommt darauf an, wonach du fragst. Als Werktag im Sinne des Gesetzes: ja. Als Arbeitstag: nur, wenn du samstags tatsächlich arbeiten musst. Im Rechner stellst du das über die Arbeitswoche ein – für Handel, Gastronomie oder Bäckereien ist die 6-Tage-Woche oft die richtige Wahl.

Warum gibt es keinen Ersatztag, wenn ein Feiertag aufs Wochenende fällt?

Weil die Feiertagsgesetze der Länder schlicht keinen vorsehen. Der Feiertag findet statt, nur nützt er Beschäftigten mit freiem Wochenende nichts. In Jahren wie 2026, in denen gleich drei bundesweite Feiertage auf Samstag oder Sonntag fallen, gibt es deshalb spürbar mehr Arbeitstage als in feiertagsfreundlichen Jahren – der Rechner listet die verschenkten Tage einzeln auf.

Wie viele Arbeitstage darf ich in der Steuererklärung angeben?

So viele, wie du tatsächlich zur Arbeit gefahren bist. Als grobe Kontrolle: Kalenderjahr-Arbeitstage deines Bundeslandes minus Urlaub minus Krankheitstage minus Homeoffice-Tage (für die es stattdessen die Homeoffice-Pauschale gibt). Die verbreiteten 220 bis 230 Tage sind eine Nichtbeanstandungsgrenze der Finanzämter, kein Anspruch. Dieser Rechner ersetzt keine Steuerberatung.

Sind Heiligabend und Silvester Feiertage?

Nein, der 24. und der 31. Dezember sind in allen 16 Bundesländern normale Werktage. Viele Tarifverträge und Arbeitgeber stellen ganz oder halb frei, verpflichtet dazu ist niemand. Im Rechner kannst du beide Tage deshalb wahlweise als normale, halbe oder freie Tage rechnen.

Quellen

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