So funktioniert der Skontorechner
Skonto ist ein Preisnachlass dafür, dass du schneller zahlst als vereinbart. Die typische Formulierung auf einer Rechnung lautet: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto. Zwei Prozent klingen nach wenig. Rechnet man sie aber auf ein Jahr hoch, ergibt sich ein Zinssatz, der jeden Kontokorrentkredit alt aussehen lässt.
Der Rechner liefert deshalb nicht nur Skontobetrag und Zahlbetrag, sondern vor allem die Zahl, auf die es ankommt: den effektiven Jahreszins des Lieferantenkredits. Dazu kommt die umsatzsteuerliche Seite, die in der Praxis regelmäßig vergessen wird.
Die Formel für den Effektivzins
Der Nenner ist bewusst (100 − Skontosatz) und nicht einfach 100. Der Grund: Du bekommst den Kredit ja nur über den bereits verminderten Betrag. Wer 4.900 Euro sofort zahlen könnte, es aber nicht tut, leiht sich genau diese 4.900 Euro für 20 Tage und zahlt dafür 100 Euro. Das sind auf die Laufzeit bezogen 2,04 Prozent und aufs Jahr hochgerechnet 36,73 Prozent.
Was gängige Konditionen wirklich kosten
| Kondition | Kreditdauer | Effektiver Jahreszins |
|---|---|---|
| 1 % / 7 Tage, 30 netto | 23 Tage | 15,81 % |
| 1 % / 14 Tage, 30 netto | 16 Tage | 22,73 % |
| 2 % / 8 Tage, 30 netto | 22 Tage | 33,40 % |
| 2 % / 10 Tage, 30 netto | 20 Tage | 36,73 % |
| 2 % / 14 Tage, 30 netto | 16 Tage | 45,92 % |
| 3 % / 10 Tage, 30 netto | 20 Tage | 55,67 % |
| 3 % / 14 Tage, 60 netto | 46 Tage | 24,20 % |
| 5 % / 10 Tage, 60 netto | 50 Tage | 37,89 % |
Gerechnet mit 360 Zinstagen. Das Muster ist eindeutig: Fast jede übliche Skontokondition liegt weit über dem, was ein Kontokorrentkredit kostet. Solange die Liquidität reicht, ist Skonto ziehen deshalb praktisch immer die richtige Entscheidung – auch dann, wenn dafür der Dispo in Anspruch genommen werden muss.
Der Punkt, den fast alle vergessen: die Umsatzsteuer
Skonto wird vom Bruttobetrag gerechnet, also inklusive Umsatzsteuer. Damit ändert sich aber auch die Bemessungsgrundlage. Nach § 17 UStG muss der Lieferant seine Umsatzsteuer korrigieren – und du deine Vorsteuer. Aus einer Rechnung über 5.000 Euro netto plus 19 Prozent, also 5.950 Euro brutto, werden bei 2 Prozent Skonto: 119 Euro Nachlass, 5.831 Euro Zahlbetrag, davon 4.900 Euro netto und 931 Euro Umsatzsteuer. Genau diese 931 Euro darfst du als Vorsteuer ziehen, nicht die ursprünglichen 950. Der Rechner weist beide Werte aus, damit die Buchhaltung stimmt.
360 oder 365 Tage?
Kaufleute rechnen traditionell mit zwölf Monaten zu je 30 Tagen, also 360 Zinstagen. Diese deutsche Zinsmethode stammt aus der Zeit vor dem Taschenrechner und macht Zinsrechnung im Kopf möglich. Wer taggenau mit 365 Tagen rechnet, kommt auf einen um rund 1,4 Prozent höheren Wert – bei 2 % / 10 / 30 sind das 37,24 statt 36,73 Prozent. An der Aussage ändert das nichts. Der Rechner lässt dir die Wahl.
Häufige Fragen
Darf ich Skonto einfach abziehen?
Nein. Skonto ist kein gesetzliches Recht, sondern eine Vereinbarung – im Angebot, im Vertrag oder auf der Rechnung. Wer eigenmächtig abzieht, hat schlicht zu wenig gezahlt und kommt in Verzug, selbst wenn es in der Branche üblich ist. Umgekehrt gilt: Steht die Klausel auf der Rechnung und zahlst du fristgerecht, ist der Abzug rechtens.
Zählt der Tag der Überweisung oder der Zahlungseingang?
In aller Regel der Zahlungseingang beim Lieferanten, sofern nichts anderes vereinbart ist. Eine SEPA-Überweisung braucht einen Bankarbeitstag, bei Wochenenden und Feiertagen entsprechend länger. Wer am letzten Tag der Skontofrist überweist, hat das Skonto damit meistens schon verloren – rechne mit zwei Tagen Puffer.
Lohnt sich Skonto auch mit Dispokredit?
In den meisten Fällen ja. Ein Kontokorrentkredit kostet je nach Bonität grob zwischen 6 und 14 Prozent im Jahr, eine typische Skontokondition entspricht 30 bis 55 Prozent. Die Differenz ist der Gewinn. Der Rechner stellt beide Zinssätze direkt gegenüber und rechnet den Vorteil in Euro aus.
Gilt am Bau etwas anderes?
Ja, dort ist Vorsicht geboten. Die VOB/B kennt Skonto nur, wenn es ausdrücklich vereinbart ist, und die Rechtsprechung hat Skontoklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Auftraggebers mehrfach für unwirksam erklärt – etwa wenn die Frist unangemessen kurz ist oder an eine prüffähige Schlussrechnung geknüpft wird. Im Baugewerbe lohnt der Blick in den Vertrag deshalb doppelt.
Ist der ausgegebene Zinssatz ein Effektivzins nach PAngV?
Nein. Es ist der klassische kaufmännische Vergleichsmaßstab für den Lieferantenkredit, wie er in der Betriebswirtschaftslehre gelehrt wird. Eine Effektivzinsangabe nach Preisangabenverordnung folgt anderen Regeln und ist für Lieferantenkredite auch nicht vorgeschrieben. Für die Entscheidung, ob sich frühes Zahlen lohnt, ist die hier verwendete Formel der übliche und praxistaugliche Maßstab.
Quellen
- § 17 UStG – Änderung der Bemessungsgrundlage; Grundlage für die Korrektur von Umsatzsteuer und Vorsteuer beim Skontoabzug.
- §§ 286 und 288 BGB – Verzug und Verzugszinsen; Hintergrund dazu, warum ein unberechtigter Skontoabzug zu einer unvollständigen Zahlung führt.
- VOB/B sowie die Rechtsprechung zu Skontoklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen – Besonderheiten bei Bauleistungen.
- Kaufmännische Zinsrechnung nach der deutschen Zinsmethode (30/360) sowie die taggenaue Methode (act/365) – Grundlage der beiden wählbaren Zinsjahre.
- Alle Zahlen der Konditionstabelle stammen aus Durchläufen des Rechners auf dieser Seite.
Mehr aus dieser Kategorie: Finanzrechner: Zinsen, Kredit & Sparen
Auch beliebt: Stundenlohnrechner · Zinseszinsrechner · Kalorienbedarfsrechner
Entdecke unsere Rechner-Übersicht auf rechnido – kostenlos und ohne Anmeldung.