So funktioniert der Pool-Rechner
Die Frage „Wie viel Wasser passt da rein?“ ist beim Pool nur der Anfang. Interessant wird es danach: Was kostet die Füllung, wie lange dauert das Aufheizen, wie viel Wärme verliert das Becken über Nacht wieder, wie lange muss die Filterpumpe laufen und wie viel Chlor braucht es. Der Rechner beantwortet all das in einem Durchgang. Du gibst Beckenform, Maße, Tiefe und deine Preise ein – den Rest übernimmt er, von der Wasserfläche bis zu den Kosten über die ganze Saison.
Fünf Beckenformen stehen zur Wahl, weil sie unterschiedlich gerechnet werden. Rechteck und Rundbecken sind unstrittig. Das in Deutschland verbreitete Ovalbecken ist geometrisch kein Oval, sondern ein Rechteck mit zwei angesetzten Halbkreisen – wer es als Ellipse rechnet, liegt um mehrere Prozent daneben. Für echte Ellipsen gibt es einen eigenen Punkt, und beim Achtformbecken rechnet der Rechner mit dem Flächenfaktor, den auch der Handel verwendet.
Die Formeln
Rundbecken: π ÷ 4 × Durchmesser² × Tiefe
Ovalbecken: (π ÷ 4 × Breite² + (Länge − Breite) × Breite) × Tiefe
Ellipse: π ÷ 4 × Länge × Breite × Tiefe
Achtform: Länge × Breite × 0,85 × Tiefe
1 m³ = 1.000 Liter
Bei Schrägboden setzt du beide Tiefen ein, der Rechner nimmt das arithmetische Mittel. Das ist bei einem gleichmäßigen Gefälle exakt und keine Näherung – die dreieckige Fehlfläche auf der einen Seite gleicht die auf der anderen genau aus. Gemeint ist immer die Wasserhöhe, nicht die Beckenhöhe: Zwischen Wasserspiegel und Rand bleiben normalerweise 10 bis 15 Zentimeter Luft, sonst landet bei jedem Sprung ein Eimer im Rasen. Wer diese Differenz vergisst, rechnet sich bei einem Familienbecken schnell drei Kubikmeter zu viel ein.
Was das Befüllen kostet
Bundesweit liegen Trinkwasserpreis und Abwassergebühr zusammen bei ungefähr 5,40 Euro je Kubikmeter – mit gewaltigen regionalen Unterschieden. Zwischen der günstigsten und der teuersten Gemeinde liegt mehr als der Faktor drei, weshalb der Wert im Rechner voreingestellt und jederzeit überschreibbar ist. Dein persönlicher Preis steht auf der letzten Jahresabrechnung.
Der größte Spartipp steckt in der zweiten Hälfte dieses Preises. Die Abwassergebühr wird nach dem bezogenen Frischwasser berechnet, weil man unterstellt, dass alles wieder in die Kanalisation läuft. Für Poolwasser stimmt das nicht. Die meisten Kommunen erlassen die Gebühr, wenn ein geeichter Gartenwasserzähler installiert ist – dann kostet dieselbe Füllung oft weniger als die Hälfte. Der Zähler amortisiert sich bei einem Pool meist in ein bis zwei Saisons. Ein Anruf beim Wasserversorger klärt die örtlichen Regeln in fünf Minuten.
| Beckengröße | Inhalt | Füllkosten bei 5,40 €/m³ | Zeit am Gartenschlauch |
|---|---|---|---|
| Rundpool 3,60 × 0,90 m | ca. 9 m³ | ca. 49 € | ca. 9 h |
| Ovalpool 6,0 × 3,2 × 1,20 m | ca. 21 m³ | ca. 111 € | ca. 21 h |
| Rechteck 8,0 × 4,0 × 1,35 m | ca. 43 m³ | ca. 233 € | ca. 43 h |
| Rechteck 10,0 × 5,0 × 1,50 m | ca. 75 m³ | ca. 405 € | ca. 75 h |
Aufheizen: warum das so lange dauert
Die 1,163 sind keine willkürliche Konstante, sondern die spezifische Wärmekapazität von Wasser in praktischer Verpackung: 4,19 Kilojoule je Kilogramm und Grad, mal tausend Kilogramm je Kubikmeter, geteilt durch 3.600 Sekunden. Wasser ist unter allen Alltagsstoffen der mit Abstand beste Wärmespeicher – und genau das macht das Aufheizen zäh. Dieselbe Energiemenge, die 30 Kubikmeter Poolwasser um ein einziges Grad erwärmt, würde 30 Kubikmeter Luft um mehrere tausend Grad aufheizen.
Womit geheizt wird, entscheidet über den Preis, nicht über die Menge. Ein Heizstab wandelt Strom eins zu eins in Wärme. Eine Pool-Wärmepumpe holt den größten Teil aus der Außenluft und schafft im Sommer typischerweise das Fünffache – dieselbe Wärme kostet also nur ein Fünftel. Ein Gas-Wärmetauscher liegt beim Wirkungsgrad knapp unter eins, punktet aber mit dem niedrigen Arbeitspreis von Gas. Der Solarabsorber ist im Betrieb kostenlos und dafür vom Wetter abhängig. Als Faustregel für die Auslegung einer Wärmepumpe gilt: rund 0,2 Kilowatt Heizleistung je Kubikmeter Beckeninhalt bei abgedecktem Pool, etwa 0,3 ohne Abdeckung.
Wohin die Wärme verschwindet
Der größte Verlust ist unsichtbar und passiert an der Oberfläche. Rund 70 Prozent der Wärme verlassen ein offenes Becken nicht durch die Wände, sondern durch Verdunstung: Jedes Kilogramm Wasser, das in die Luft geht, nimmt etwa 0,63 Kilowattstunden Verdampfungswärme mit. Deshalb kühlt ein Pool in einer klaren, trockenen Nacht schneller aus als in einer feuchtwarmen, und deshalb ist Wind schlimmer als Kälte.
Genau hier setzt die Abdeckung an – und zwar nicht, indem sie heizt, sondern indem sie das Becken am Selbstkühlen hindert. Eine simple Luftpolsterfolie für wenige Hundert Euro senkt die Verluste um rund 70 Prozent und macht sich bei den meisten Pools schon in der ersten Saison bezahlt. Keine andere Anschaffung am Pool hat ein auch nur annähernd so gutes Verhältnis von Preis zu Wirkung. Der Rechner zeigt dir mit einem Klick auf „Nein“ bei der Abdeckung, was dich das offene Becken über deine Saison kostet.
| Wassertemperatur | Einordnung | Relativer Energiebedarf |
|---|---|---|
| 22 °C | frisch, kurzes Schwimmen | niedrig |
| 24 °C | Empfehlung für Freibäder | Referenz |
| 26 °C | angenehm für die ganze Familie | rund 20 % mehr |
| 28 °C | Wohlfühlbad, auch für Kleinkinder | rund 40 % mehr |
| 30 °C und mehr | kreislaufbelastend, kaum erfrischend | rund 60 % mehr |
Umwälzung und Chlor
Der Beckeninhalt sollte am Tag etwa zweimal komplett durch den Filter laufen. Die Laufzeit ergibt sich damit aus dem doppelten Volumen geteilt durch die Förderleistung der Pumpe. Teile sie auf zwei bis drei Blöcke über den Tag auf und lege den Hauptteil in die Mittagszeit, wenn Wärme und Nutzung den größten Eintrag bringen – und wenn eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ohnehin liefert. Die strenge DIN 19643 mit ihren deutlich höheren Umwälzraten gilt für öffentliche Bäder, nicht für den Garten.
1 g Aktivchlor je m³ Wasser = 1 mg/l mehr freies Chlor
Bei der Dosierung hilft eine Regel, die man sich einmal merkt und nie wieder nachschlagen muss: Ein Gramm Aktivchlor je Kubikmeter hebt den Gehalt um genau ein Milligramm je Liter. Handelsübliches Granulat enthält rund 56 Prozent Aktivchlor, deshalb rechnet der Rechner den Wert gleich auf die Produktmenge um. Im privaten Pool peilt man 0,3 bis 1,0 mg/l freies Chlor an, bei einer Stoßchlorung nach starker Nutzung oder Gewitter kurzzeitig etwa 3 mg/l.
Vorher gehört der pH-Wert eingestellt, denn er entscheidet über die Wirkung. Chlor liegt im Wasser teils als hypochlorige Säure vor, die schnell desinfiziert, teils als träges Hypochlorit-Ion. Bei pH 7,0 sind rund drei Viertel in der wirksamen Form, bei pH 8,0 nur noch etwa ein Viertel. Wer bei zu hohem pH einfach nachchlort, kauft Chemie, um einen Messfehler zu bezahlen. Der Zielbereich liegt bei 7,0 bis 7,4.
Häufige Fragen
Rechne ich mit der Becken- oder der Wassertiefe?
Immer mit der Wasserhöhe. Zwischen Wasserspiegel und Beckenrand bleiben üblicherweise 10 bis 15 Zentimeter frei, damit beim Baden nichts überschwappt und der Skimmer richtig arbeitet. Bei einem Becken von 8 × 4 Metern sind das rund vier Kubikmeter Unterschied – und damit gut 20 Euro Wasser und einige Kilowattstunden Heizenergie.
Lohnt sich eine Wärmepumpe gegenüber dem Heizstab?
In aller Regel deutlich. Die Wärmepumpe liefert im Sommerbetrieb typischerweise das Vier- bis Fünffache der eingesetzten Strommenge, weil sie Wärme aus der Außenluft holt statt sie zu erzeugen. Bei einem Familienpool spart das über eine Saison schnell einen dreistelligen Betrag. Sie braucht dafür Platz, verursacht ein Betriebsgeräusch und arbeitet bei Außentemperaturen unter etwa 10 Grad kaum noch wirtschaftlich.
Wie oft muss das Wasser gewechselt werden?
Bei funktionierender Filterung und Wasserpflege in der Regel gar nicht komplett. Übliche Praxis ist, jährlich einen Teil auszutauschen und den Rest über Rückspülen und Nachfüllen zu erneuern. Was sich mit der Zeit anreichert, sind gelöste Salze und Stabilisator – ein Teilwechsel verdünnt beides zuverlässig genug.
Wohin darf das Poolwasser beim Ablassen?
Das regeln die Gemeinden unterschiedlich, deshalb lohnt der Blick in die örtliche Entwässerungssatzung. Chlorhaltiges Wasser gehört nicht in Gartenteich, Bach oder Regenwasserkanal. Gängige Lösung: einige Tage nicht mehr chloren, den Chlorgehalt abklingen lassen und das Wasser anschließend nach Rücksprache in die Kanalisation oder auf die eigene Grünfläche geben.
Brauche ich für einen Pool eine Baugenehmigung?
In den meisten Landesbauordnungen sind Becken bis etwa 100 Kubikmeter im Garten eines Wohngrundstücks verfahrensfrei. Darüber, bei fester Überdachung oder im Außenbereich sieht es anders aus, und Abstandsflächen zum Nachbargrundstück gelten trotzdem. Da es Landesrecht ist, entscheidet am Ende die Auskunft deiner Bauaufsichtsbehörde.
Warum riecht ein Hallenbad nach Chlor, mein Pool aber nicht?
Weil der typische Geruch gar nicht vom Chlor stammt, sondern von Chloraminen. Die entstehen, wenn Chlor auf Schweiß, Harnstoff, Sonnencreme und Kosmetika trifft. Ein stark riechendes Becken hat also nicht zu viel Chlor, sondern zu viel Verunreinigung und zu wenig freies Chlor. Duschen vor dem Baden ist deshalb praktischer Wasserschutz.
Quellen
- Spezifische Wärmekapazität und Verdampfungsenthalpie von Wasser nach den physikalischen Standardwerten (4,19 kJ/(kg·K) beziehungsweise 2.257 kJ/kg).
- Statistisches Bundesamt und Umweltbundesamt, Erhebungen zu Trinkwasserentgelten und Abwassergebühren in Deutschland.
- DIN 19643, Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser – maßgeblich für öffentliche Bäder, als fachliche Orientierung auch für private Becken.
- Bundesverband Schwimmbad und Wellness, Praxisempfehlungen zu Umwälzung, Wasserpflege und Abdeckung.
- Landesbauordnungen der Bundesländer zur Verfahrensfreiheit von Schwimmbecken auf Wohngrundstücken.
Hinweis: Alle Kosten- und Verlustangaben sind Schätzungen auf Basis der von dir eingetragenen Preise und typischer Kennwerte. Wind, Sonne, Luftfeuchte und Beckenbauart können die Wärmeverluste deutlich verschieben. Poolchemie gehört kindersicher verwahrt, verschiedene Mittel werden nie zusammengeschüttet, und elektrische Installationen am Wasser sind Sache einer Elektrofachkraft.
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