Lumen-Watt-Rechner

So funktioniert der Lumen-Watt-Rechner

Hundert Jahre lang war die Wattzahl das Maß für Helligkeit. Das funktionierte, weil alle Lampen dieselbe schlechte Effizienz hatten: 60 Watt bedeuteten überall dieselbe Menge Licht. Mit der LED ist dieser Zusammenhang zerbrochen. Zwei Lampen mit je neun Watt können sich in der Helligkeit um den Faktor zwei unterscheiden – je nachdem, wie gut sie Strom in Licht verwandeln. Seitdem gilt: Gekauft wird nach Lumen, nicht nach Watt.

Der Rechner beantwortet die drei Fragen, die dabei auftauchen. Erstens: Welche LED ersetzt meine alte Glüh-, Halogen- oder Energiesparlampe? Zweitens: Wie viel Licht braucht ein Raum dieser Größe für diese Nutzung? Drittens: Wie hell ist eine LED mit einer bestimmten Wattzahl eigentlich? Dazu kommen in jedem Fall die Stromkosten pro Jahr, die Ersparnis gegenüber der alten Lampe, der CO₂-Ausstoß und eine Einordnung der Lichtausbeute.

Die beiden Formeln

Alles, was der Rechner tut, steckt in zwei Zeilen. Die erste übersetzt Leistung in Licht, die zweite Licht in Raumbedarf.

Lumen = Watt × Lichtausbeute (lm/W)
Benötigte Lumen = Beleuchtungsstärke (Lux) × Grundfläche (m²)

Die Lichtausbeute ist die entscheidende Größe. Sie steht als „lm/W“ klein auf jeder Verpackung und lässt sich auch selbst ausrechnen: Lumen geteilt durch Watt. Eine Glühlampe kam auf rund 12 Lumen je Watt, eine Halogenlampe auf etwa 19, eine Energiesparlampe auf 60. Haushalts-LEDs liegen heute zwischen 70 und 150, gute Modelle bei 100 bis 130. Genau dieser Sprung ist der ganze Vorteil der LED.

Welche LED ersetzt welche alte Lampe

Als die EU den Glühlampenausstieg ab 2009 stufenweise umsetzte, brauchte es eine verbindliche Übersetzung von Watt in Lumen. Diese Tabelle steht bis heute hinter den Vergleichsangaben auf LED-Verpackungen. Die letzte Spalte zeigt, was eine LED mit 100 Lumen je Watt dafür braucht.

GlühlampeLichtstromLED (100 lm/W)Stromkosten LED je JahrErsparnis je Jahr
15 W136 lm1,4 W0,52 €5,23 €
25 W249 lm2,5 W0,95 €8,63 €
40 W470 lm4,7 W1,80 €13,53 €
60 W806 lm8,1 W3,09 €19,91 €
75 W1.055 lm10,6 W4,04 €24,70 €
100 W1.521 lm15,2 W5,83 €32,50 €
150 W2.452 lm24,5 W9,40 €48,09 €

Gerechnet mit drei Stunden Brenndauer am Tag und 35 Cent je Kilowattstunde. Bei Halogenlampen liegt die Entsprechung höher, weil Halogen etwa ein Drittel effizienter war als die klassische Glühbirne: 28 Watt Halogen ersetzen 40 Watt Glühlampe, 42 Watt ersetzen 60 Watt, 70 Watt ersetzen 100 Watt. Energiesparlampen liegen bei rund 60 Lumen je Watt – eine 11-Watt-Energiesparlampe leuchtet mit etwa 660 Lumen und ist damit schon nah an einer 60-Watt-Glühbirne.

Wie viel Licht ein Raum braucht

Für Räume rechnet man nicht in Lumen, sondern in Lux – also in Lumen je Quadratmeter, dem Licht, das unten tatsächlich ankommt. Die folgenden Werte orientieren sich an den Vorgaben für Arbeitsstätten und an der üblichen Planungspraxis für Wohnräume. Die letzte Spalte gilt für einen Raum von 20 Quadratmetern.

RaumBeleuchtungsstärkeFarbtemperaturLumen für 20 m²
Wohnzimmer100 lx2700 K warmweiß2.000 lm
Esszimmer150 lx2700 K warmweiß3.000 lm
Schlafzimmer100 lx2700 K warmweiß2.000 lm
Küche (Arbeitsfläche)300 lx3000–4000 K6.000 lm
Badezimmer200 lx3000–4000 K4.000 lm
Kinderzimmer300 lx3000–4000 K6.000 lm
Arbeitszimmer, Büro500 lx4000 K neutralweiß10.000 lm
Werkstatt, Hobbyraum500 lx4000 K neutralweiß10.000 lm
Flur, Treppenhaus100 lx3000 K2.000 lm
Keller, Abstellraum100 lx4000 K2.000 lm
Garage, Carport150 lx4000 K3.000 lm

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens gelten die höheren Werte für die Arbeitsfläche, nicht für den ganzen Raum: In der Küche zählen die 300 Lux auf der Arbeitsplatte, und dort hilft eine Deckenleuchte wenig, weil man beim Schneiden mit dem Rücken zum Licht steht. Unterbauleuchten unter den Hängeschränken lösen das besser als jede stärkere Deckenlampe. Zweitens unterstellt die Rechnung, dass das Licht auch ankommt. Dunkle Wände, ein dunkler Boden, hohe Decken oder ein Schirm, der die Hälfte nach oben abstrahlt, schlucken einen erheblichen Teil – in solchen Räumen rechnet man 20 bis 30 Prozent auf.

Farbtemperatur: die Skala ist verkehrt herum

Kelvin beschreibt nicht die Helligkeit, sondern den Farbton des Lichts – und zwar gegenläufig zur Intuition: Hohe Werte bedeuten kaltes Licht, niedrige warmes. Der Grund ist physikalisch. Die Skala gibt an, wie heiß ein glühender Körper wäre, der genauso leuchtet. Eine Kerze liegt bei rund 1.900 Kelvin, die alte Glühlampe bei 2.700, ein Bürolicht bei 4.000, der bedeckte Mittagshimmel bei über 6.000.

Für die Praxis heißt das: 2.700 bis 3.000 Kelvin in Wohn-, Schlaf- und Esszimmer, weil warmes Licht abends beruhigt. 4.000 Kelvin an den Arbeitsplatz, in Küche, Bad und Werkstatt, weil neutralweißes Licht wacher hält und Farben klarer zeigt. Über 5.300 Kelvin wirkt in Wohnräumen kalt und gehört eher in Keller und Garage. Die wichtigste Regel ist aber eine andere: In einem Raum nur eine Farbtemperatur mischen. Zwei Deckenleuchten mit 2.700 und 4.000 Kelvin nebeneinander sieht man sofort, und es sieht nach Versehen aus.

Was neben der Lumenzahl noch entscheidet

Farbwiedergabe. Der Ra-Wert, oft auch CRI genannt, sagt, wie natürlich Farben unter der Lampe aussehen. Tageslicht ist 100, Ra 80 ist der Mindeststandard. In Flur und Keller reicht das. Überall dort, wo Hautfarben und Lebensmittel echt aussehen sollen – Bad, Küche, Esstisch, Ankleide –, lohnen Ra 90 und mehr. Der Wert steht klein auf der Packung und wird beim Kauf fast immer übersehen.

Abstrahlwinkel. Dieselben 800 Lumen auf 36 Grad gebündelt erzeugen einen hellen Fleck und einen dunklen Raum, auf 240 Grad verteilt genau umgekehrt. Für eine Deckenleuchte braucht es einen weiten Winkel, für einen Spot über der Arbeitsplatte einen engen.

Wärme. LEDs mögen keine Hitze. Eine gute Lampe in einer geschlossenen Leuchte ohne Luftzirkulation altert schneller als eine billige an der offenen Fassung. Das ist die häufigste Ursache dafür, dass eine LED die versprochene Lebensdauer nicht erreicht.

Dimmbarkeit. Nur ausdrücklich als dimmbar gekennzeichnete Lampen funktionieren am Dimmer – und auch die nicht an jedem. Alte Phasenanschnittdimmer aus der Glühlampenzeit brauchen eine Mindestlast, die eine 8-Watt-LED nicht erreicht; das Ergebnis ist Flackern oder Brummen.

Häufige Fragen

Warum steht auf der Packung eine andere Watt-Entsprechung als hier?

Weil die Vergleichsangabe auf der Verpackung Werbung ist und großzügig gerundet wird. Eine LED mit 750 Lumen wird gern als „60-Watt-Ersatz“ verkauft, obwohl 60 Watt 806 Lumen entsprechen. Der Unterschied von sieben Prozent fällt beim Einschalten nicht auf, addiert sich aber, wenn man mehrere Lampen im Raum tauscht. Verlässlich ist allein die Lumenzahl, und die muss auf jeder Verpackung stehen.

Was bedeutet die Energieeffizienzklasse auf der Packung?

Seit September 2021 gilt für Lichtquellen wieder die Skala von A bis G, ohne die früheren Plus-Zeichen. Die Klassen wurden dabei bewusst so gelegt, dass A zunächst leer bleibt und die meisten guten LEDs bei E oder F landen – nicht weil sie schlechter geworden wären, sondern damit die Skala nach oben Luft für künftige Technik hat. Zum Vergleichen zweier Lampen ist die Angabe in Lumen je Watt aussagekräftiger als der Buchstabe.

Wie lange hält eine LED wirklich?

LEDs brennen in der Regel nicht durch, sie werden langsam dunkler. Die üblichen 25.000 Stunden sind deshalb keine Ausfallzeit, sondern eine Helligkeitsangabe: Nach dieser Zeit leuchtet die Lampe noch mit rund 80 Prozent ihres Anfangswertes. Bei drei Stunden täglich sind das gut zwanzig Jahre. In der Praxis stirbt eher die Elektronik im Sockel als die Leuchtdiode selbst, und der häufigste Grund dafür ist Hitzestau in geschlossenen Leuchten.

Gibt es Glühlampen und Halogenlampen noch zu kaufen?

Klassische Glühlampen sind seit dem stufenweisen Ausstieg zwischen 2009 und 2012 aus dem Handel verschwunden, die meisten ungerichteten Halogenlampen folgten im September 2018. Seit 2023 sind zusätzlich die gängigen Leuchtstoffröhren und Kompaktleuchtstofflampen ausgelaufen. Restbestände und Sonderbauformen für bestimmte Anwendungen gibt es weiterhin, für die normale Wohnungsbeleuchtung ist die LED aber die einzige verbliebene Option – und angesichts der Stromkosten ohnehin die einzige sinnvolle.

Lohnt sich der Tausch einer funktionierenden Energiesparlampe?

Rechnerisch ja, aber nicht dramatisch. Der Sprung von der Glühlampe zur LED spart rund 87 Prozent Strom, der von der Energiesparlampe zur LED nur noch etwa 40 Prozent. Bei einer Lampe mit drei Stunden Brenndauer sind das wenige Euro im Jahr. Die stärkeren Argumente sind praktischer Natur: LEDs sind sofort hell, vertragen häufiges Schalten, funktionieren bei Kälte und enthalten kein Quecksilber. Wo eine Energiesparlampe selten und kurz brennt, kann man sie ruhig auslaufen lassen – ausgediente Exemplare gehören wegen des Quecksilbers in den Schadstoffsammelbereich, nicht in den Hausmüll.

Quellen

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