Kies- & Splittrechner

So funktioniert der Kies- und Splittrechner

Die Frage klingt einfach: Wie viel Kies brauche ich für meinen Weg? Sie hat aber zwei Antworten, und nur eine davon hilft beim Bestellen. Der Baustoffhandel rechnet in Tonnen, geplant wird aber in Quadratmetern und Zentimetern. Genau diese Übersetzung leistet der Rechner – aus Fläche und Schichtdicke wird ein Volumen, aus dem Volumen über die Schüttdichte des Materials eine Gewichtsangabe, und daraus die Zahl der Big Bags, Anhängerfahrten oder Lkw-Fuhren.

Neun Materialien stehen zur Wahl, vom runden Kies über gebrochenen Splitt und Schotter bis zu Rindenmulch, Hackschnitzeln und Mutterboden. Für jedes ist eine eigene Schüttdichte hinterlegt, dazu die übliche Schichtdicke und – bei verdichtbaren Materialien – der Verdichtungszuschlag.

Die Formel

Volumen in m³ = Fläche in m² × Schichtdicke in cm ÷ 100
Menge in Tonnen = Volumen in m³ × Schüttdichte in t/m³

Ein Beispiel: Ein Weg von 8 × 3 Metern soll 5 Zentimeter hoch mit Kies bedeckt werden. Das sind 24 m² × 0,05 m = 1,2 m³. Mit 5 Prozent Zuschlag für Verluste werden daraus 1,26 m³ und bei einer Schüttdichte von 1,5 Tonnen je Kubikmeter 1,89 Tonnen – also knapp zwei Big Bags oder vier Fahrten mit einem 750-kg-Anhänger.

Schüttdichten: warum Kies und Mulch nicht vergleichbar sind

Die Schüttdichte ist das Gewicht eines Kubikmeters lose aufgeschütteten Materials – inklusive der Luft zwischen den Körnern. Sie hat mit der Dichte des Gesteins selbst wenig zu tun: Granit hat eine Rohdichte von rund 2,7 Tonnen je Kubikmeter, Granitsplitt als Schüttgut aber nur etwa 1,5. Der Rest ist Hohlraum.

MaterialSchüttdichte2,4 m³ wiegenÜbliche Schichtdicke
Kies 8/16, rund gewaschen1,5 t/m³3,60 t5 cm Zierfläche, 8–10 cm Weg
Splitt 8/11, gebrochen1,5 t/m³3,60 t4–5 cm Deckschicht
Ziersplitt, Marmorsplitt1,5 t/m³3,60 t4–6 cm
Schotter 0/32, Tragschicht1,8 t/m³4,32 t20–30 cm Einfahrt
Sand 0/2, Verlegesand1,6 t/m³3,84 t3–5 cm Pflasterbett
Lava, Bims0,8 t/m³1,92 t5–8 cm
Mutterboden, Pflanzerde1,5 t/m³3,60 t15–20 cm Rasen
Rindenmulch0,35 t/m³0,84 t7 cm
Hackschnitzel0,25 t/m³0,60 t8–10 cm

Der Unterschied ist gewaltig: Dieselben 2,4 Kubikmeter wiegen als Schotter 4,32 Tonnen und als Hackschnitzel nur 0,6 Tonnen. Wer Mulch in Tonnen bestellt, ohne die Dichte zu kennen, bekommt das Siebenfache dessen, was er gedacht hat – oder ein Siebtel.

Der Transportfehler, den fast jeder macht

Ein handelsüblicher Pkw-Anhänger mit 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht hat nach Abzug des Eigengewichts etwa 500 Kilogramm Zuladung. Bei Kies sind das ein Drittel Kubikmeter – die Ladefläche sieht dann noch fast leer aus. Überladung entsteht bei Schüttgut deshalb selten aus Absicht, sondern fast immer aus einem Volumenmissverständnis. Der Rechner gibt die nötigen Fahrten deshalb ausdrücklich aus.

Ein Big Bag mit einem Kubikmeter Kies wiegt rund 1,5 Tonnen und lässt sich weder von Hand noch mit einem normalen Pkw bewegen – zum Abladen braucht es einen Kran am Lieferfahrzeug oder einen Stapler. Ab etwa drei Anhängerfahrten ist die Lieferung fast immer die günstigere und deutlich schnellere Lösung.

Verdichtung: mehr einbauen als am Ende zu sehen ist

Wer eine Tragschicht rüttelt oder walzt, presst die Hohlräume zusammen. Aus 25 Zentimetern lose geschüttetem Schotter werden nach dem Verdichten rund 20. Der Rechner schlägt diesen Verlust materialabhängig auf: bei Schotter 0/32 rund 25 Prozent, bei Splitt 10 Prozent, bei Verlegesand 15 Prozent. Bei losem Zierkies und bei Mulch entfällt der Zuschlag, weil dort nichts verdichtet wird.

Häufige Fragen

Wie dick muss die Schicht sein?

Für eine reine Zierfläche reichen 4 bis 5 Zentimeter Kies oder Splitt. Ein begehbarer Weg braucht 8 bis 10 Zentimeter, wobei Kies über etwa 10 Zentimetern unter den Füßen wegzulaufen beginnt – für Wege ist gebrochener Splitt deshalb angenehmer, weil er sich verzahnt. Unter einer Pkw-Einfahrt liegen 20 bis 30 Zentimeter Schotter als Trag- und Frostschutzschicht, darauf erst das Bett und der Belag.

Warum unterscheiden sich Kies und Splitt, wenn beide 1,5 t/m³ wiegen?

Im Gewicht kaum, im Verhalten sehr. Kies ist rund gewaschen und rollt – schön anzusehen, aber auf Wegen instabil. Splitt ist gebrochen, die Kanten verzahnen sich, die Fläche bleibt begehbar und rollstuhltauglicher. Für Zierbeete nimmt man Kies, für Wege und Auffahrten Splitt.

Brauche ich ein Unkrautvlies?

Unter Kies und Splitt ja: Ein durchlässiges Geotextil verhindert, dass sich Steine und Boden vermischen und die Fläche nach zwei Jahren im Rasen verschwindet. Dazu gehört eine Randbegrenzung. Unter Rindenmulch und Hackschnitzel dagegen nicht – dort soll sich das Material mit dem Boden verbinden, und Kunststoffvlies verhindert genau das.

Was bedeutet die Körnung 8/16 oder 0/32?

Die Zahlen sind Millimeter und geben das kleinste und das größte Korn an. Bei 8/16 liegt alles zwischen 8 und 16 Millimetern – kein Feinanteil, deshalb wasserdurchlässig und nicht verdichtbar. Bei 0/32 fängt es beim Nullkorn an, also bei Staub und Sand; genau dieser Feinanteil sorgt dafür, dass sich eine Tragschicht verdichten lässt. Für eine begehbare Kiesfläche wäre 0/32 das Falsche.

Wie genau sind die Mengen?

Die Schüttdichten sind Richtwerte für trockenes Material und in der Praxis gut belastbar. Nasser Sand kann rund zehn Prozent mehr wiegen, feiner gebrochenes Material packt dichter als rundes. Verbindlich ist immer das Datenblatt deines Lieferanten. Für befahrene Flächen und für Versickerungsanlagen gehört der Aufbau ohnehin in Fachhand.

Quellen

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