Gasverbrauch-Rechner

So funktioniert der Gasverbrauch-Rechner

Dein Gaszähler misst Kubikmeter, deine Rechnung steht in Kilowattstunden – und zwischen beiden liegt eine Umrechnung, die kaum jemand kennt. Der Rechner nimmt genau die Formel, die auch dein Netzbetreiber verwendet, und macht daraus Verbrauch, Jahreskosten und eine Einschätzung, ob dein Abschlag passt. Eintragen lässt sich der Verbrauch als Kubikmeterzahl, als zwei Zählerstände oder direkt in Kilowattstunden.

Die Abrechnungsformel

Kilowattstunden = Kubikmeter × Zustandszahl × Brennwert

Beide Faktoren stehen auf jeder Jahresrechnung, meist direkt unter den Zählerständen. Die Zustandszahl rechnet das am Zähler gemessene Betriebsvolumen auf Normbedingungen um: Bei niedrigerem Luftdruck – also in höherer Lage – stecken in einem Kubikmeter weniger Gasmoleküle. Sie liegt fast immer zwischen 0,90 und 1,00. Der Brennwert gibt an, wie viel Energie in einem Normkubikmeter steckt. Er hängt von der Herkunft des Gases ab, wird vom Netzbetreiber monatlich ermittelt und schwankt im Jahresverlauf um einige Prozent. Wer mit Standardwerten statt mit den eigenen rechnet, liegt deshalb schnell fünf Prozent daneben.

Brennwerte im Überblick

GasartBrennwert in kWh/m³Wo sie vorkommt
Erdgas H (high)etwa 10,0 bis 12,5in weitaus den meisten Netzgebieten, Anteil wächst weiter
Erdgas L (low)etwa 8,4 bis 11,0Nordwestdeutschland, wird seit 2015 schrittweise auf H-Gas umgestellt
Flüssiggas (Propan)etwa 25,9 je m³ GasphaseTankgas ohne Netzanschluss, wird meist in Litern oder Kilogramm abgerechnet

Was ein normaler Verbrauch ist

Für die Einordnung zählt nicht der Gesamtverbrauch, sondern die Heizenergie je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Der Rechner zieht dafür den geschätzten Warmwasseranteil ab und vergleicht den Rest mit den Klassen, die auch dem bundesweiten Heizspiegel zugrunde liegen.

Heizenergie je m² und JahrEinordnungTypischer Gebäudezustand
unter 100 kWhsehr niedrigNeubau oder umfassend saniertes Gebäude, sparsames Heizverhalten
100 bis 130 kWhniedrigteilsaniert, gute Fenster, gedämmtes Dach
130 bis 165 kWhdurchschnittlichBestandsgebäude ohne größere Sanierung
165 bis 200 kWherhöhtungedämmte Geschossdecke, alte Fenster, unabgeglichene Heizung
über 200 kWhzu hochunsanierter Altbau oder eine Anlage, die dringend geprüft gehört

Die Werte sind Richtwerte. Eine Dachgeschosswohnung verbraucht bei gleichem Verhalten mehr als eine Mittelwohnung, ein freistehendes Haus mehr als eine Reihenhausmitte – die Vergleichszahl ersetzt kein Gutachten, zeigt aber zuverlässig, ob sich ein genauerer Blick lohnt.

Wo sich am schnellsten sparen lässt

MaßnahmeGrobe EinsparungAufwand
Raumtemperatur um 1 °C senkenrund 6 % der Heizenergiekeiner, wirkt sofort
Nachtabsenkung und Heizkurve anpassenetwa 5 bis 10 %Einstellung an der Therme
Hydraulischer Abgleichetwa 10 bis 15 %Fachbetrieb, einmalig; für größere Mehrfamilienhäuser gab und gibt es je nach Regelung Pflichten
Zirkulationspumpe mit Zeitschaltungmehrere hundert kWh im Jahrgering, sofern eine Zirkulation vorhanden ist
Heizungsrohre im Keller dämmenetwa 2 bis 4 %gering, in Eigenleistung machbar

Häufige Fragen

Wie rechne ich Kubikmeter in Kilowattstunden um?

Kubikmeter mal Zustandszahl mal Brennwert. Als grobe Faustregel entspricht ein Kubikmeter Erdgas rund zehn Kilowattstunden – für eine Abschätzung reicht das, für den Abgleich mit der Rechnung nicht. Nimm die beiden Werte von deiner Jahresrechnung, sie gelten nur für dein Netzgebiet und ändern sich von Jahr zu Jahr.

Warum weicht mein Ergebnis leicht von der Rechnung ab?

Weil der Brennwert monatlich schwankt und der Versorger mit gewichteten Monatswerten rechnet, während auf der Rechnung nur ein Durchschnittswert für den ganzen Zeitraum steht. Abweichungen von ein bis zwei Prozent sind normal. Größere Unterschiede deuten auf einen falsch abgelesenen Zählerstand, einen anderen Abrechnungszeitraum oder eine geschätzte statt abgelesene Zählerstandserfassung hin.

Kann ich meinen Abschlag anpassen lassen?

Ja. Der Abschlag ist eine Vorauszahlung auf den erwarteten Jahresverbrauch und keine feste Größe. Wenn sich Verbrauch oder Preis geändert haben, kannst du beim Versorger eine Anpassung verlangen – das geht in beide Richtungen. Sinnvoll ist das vor allem nach einem Umzug, nach einer Sanierung oder wenn sich die Zahl der Personen im Haushalt ändert. Der Rechner zeigt dir, welcher Abschlag rechnerisch passen würde.

Wie viel Gas geht für Warmwasser drauf?

Als Faustwert rechnet man mit 300 bis 1.000 Kilowattstunden je Person und Jahr, je nach Duschgewohnheiten und Leitungslänge. Der Rechner setzt 550 kWh an. Wer den eigenen Wert genauer wissen will, liest den Zähler in zwei Sommermonaten ab, in denen die Heizung sicher aus war – dieser Verbrauch ist praktisch reines Warmwasser und lässt sich hochrechnen. Eine dauerhaft laufende Zirkulationspumpe kann den Wert deutlich nach oben treiben.

Steckt der CO₂-Preis schon im Arbeitspreis?

Ja. Die nationale CO₂-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz wird beim Inverkehrbringer erhoben und über den Arbeitspreis an die Endkunden weitergegeben – sie taucht auf der Rechnung meist als eigener Hinweis auf, ist aber im Cent-Betrag je Kilowattstunde bereits enthalten. In Mietverhältnissen wird sie nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt, gestaffelt nach dem energetischen Zustand des Gebäudes.

Quellen

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