So funktioniert der Brennholz-Rechner
Brennholz wird in drei verschiedenen Maßen gehandelt, die sich um bis zu 100 Prozent unterscheiden – und in einer Feuchteangabe, die je nach Quelle zwei völlig verschiedene Zahlen meint. Genau deshalb gibt es diesen Rechner. Er beantwortet drei Fragen: Wie viel Holz ist das eigentlich, wenn im Angebot „Schüttraummeter“ steht? Wie viele Ster brauche ich für einen Winter? Und was kostet mich die Kilowattstunde am Ende wirklich?
Grundlage sind die Darrdichten und Heizwerte des Merkblatts 12 der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (Stand November 2024). Der Rechner benutzt keine Pauschalzahl je Holzart, sondern rechnet den Heizwert aus Darrdichte und Wassergehalt neu aus – deshalb stimmen die Werte für 15, 20, 30 oder 50 Prozent Wassergehalt einzeln, statt nur für einen Standardfall.
Festmeter, Raummeter, Schüttraummeter
1 Raummeter (Ster) = 1 m³ geschichtete Scheite = 0,7 Festmeter
1 Schüttraummeter = 1 m³ lose geschüttete Scheite
Der Unterschied ist ausschließlich Luft. Beim Schichten bleiben rund 30 Prozent Hohlraum zwischen den Scheiten, beim losen Schütten noch deutlich mehr – wie viel genau, hängt von der Scheitlänge ab: Kurze Scheite verkanten sich stärker und lassen mehr Luft.
| Scheitlänge | 1 Raummeter entspricht | 1 Schüttraummeter entspricht |
|---|---|---|
| 25 cm | 1,61 Schüttraummeter | 0,62 Raummeter |
| 33 cm | 1,43 Schüttraummeter | 0,70 Raummeter |
| 50 cm | 1,20 Schüttraummeter | 0,83 Raummeter |
Praktische Konsequenz: Wer 100 Euro je Schüttraummeter 33-cm-Ware bezahlt, zahlt umgerechnet 143 Euro je Raummeter. Zwei Angebote sind also nur vergleichbar, wenn Einheit, Scheitlänge, Holzart und Wassergehalt dabeistehen. Fehlt eine dieser vier Angaben, fehlt die halbe Information.
Wassergehalt ist nicht Holzfeuchte
Diese Verwechslung ist der teuerste Irrtum im Brennholzhandel. Beide Zahlen beschreiben dieselbe Nässe, beziehen sie aber auf Verschiedenes: Der Wassergehalt setzt das Wasser ins Verhältnis zum Gesamtgewicht, die Holzfeuchte zum Gewicht der reinen Trockenmasse. Handelsangaben meinen üblicherweise den Wassergehalt, Messgeräte aus dem Baumarkt zeigen fast immer die Holzfeuchte an.
| Wassergehalt | Holzfeuchte | Zustand | Heizwert Laubholz |
|---|---|---|---|
| 0 % | 0 % | darrtrocken (nur im Labor) | 5,00 kWh/kg |
| 15 % | 18 % | ofenfertig lufttrocken | 4,15 kWh/kg |
| 20 % | 25 % | Obergrenze für den Ofenbetrieb | 3,86 kWh/kg |
| 30 % | 43 % | zu feucht, erhöhte Emissionen | 3,30 kWh/kg |
| 50 % | 100 % | waldfrisch | 2,16 kWh/kg |
Der Rechner nimmt beide Angaben entgegen und rechnet um. Wer am Messgerät 25 Prozent abliest, hat 20 Prozent Wassergehalt – und liegt damit exakt an der Grenze, die die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung für den Ofenbetrieb zieht.
Die Formel hinter dem Heizwert
Trockenmasse: 5,00 kWh/kg bei Laubholz, 5,20 kWh/kg bei Nadelholz
Der zweite Term ist der entscheidende: Wasser brennt nicht, es muss erst verdampfen, und dieses Verdampfen kostet 0,68 Kilowattstunden je Kilogramm Wasser. Diese Energie geht als Dampf durch den Schornstein. Bei waldfrischem Holz zahlt man also doppelt drauf – man kauft Wasser statt Holz, und das Wasser frisst zusätzlich einen Teil der verbliebenen Wärme.
Dass Nadelholz je Kilogramm etwas mehr liefert als Laubholz, liegt am höheren Harz- und Ligninanteil. Je Raummeter dreht sich das Verhältnis trotzdem um, weil Laubholz deutlich dichter ist:
| Holzart | Darrdichte | kWh je Festmeter | kWh je Raummeter | kWh je Srm (33 cm) | Gewicht je Raummeter |
|---|---|---|---|---|---|
| Eiche | 571 kg/fm | 2.758 | 1.931 | 1.350 | 500 kg |
| Buche | 558 kg/fm | 2.695 | 1.887 | 1.319 | 488 kg |
| Kiefer | 431 kg/fm | 2.168 | 1.518 | 1.061 | 377 kg |
| Fichte | 379 kg/fm | 1.906 | 1.334 | 933 | 332 kg |
| Pappel | 353 kg/fm | 1.705 | 1.193 | 835 | 309 kg |
| Alle Werte bei 20 % Wassergehalt, aus Durchläufen des Rechners auf dieser Seite. | |||||
Zwischen Eiche und Pappel liegt beim Raummeter der Faktor 1,6. Wer nach Gewicht kauft, bekommt bei jeder Holzart ungefähr dieselbe Wärme fürs Kilo; wer nach Volumen kauft, macht mit Hartholz das deutlich bessere Geschäft. Nadelholz ist deshalb nicht schlecht – es brennt schneller an und eignet sich gut für die Übergangszeit –, es muss nur entsprechend günstiger sein.
Was die Kilowattstunde kostet
Der Preisvergleich ist der eigentliche Zweck der ganzen Rechnerei. Ein Raummeter Buche bei 20 Prozent Wassergehalt enthält 1.887 kWh, ein Raummeter Fichte nur 1.334 kWh – derselbe Preis bedeutet also nicht denselben Wert:
| Preis je Raummeter | Buche | Fichte | Heizöl wäre gleich teuer bei (Buche) |
|---|---|---|---|
| 60 € | 3,18 ct/kWh | 4,50 ct/kWh | 0,32 €/l |
| 80 € | 4,24 ct/kWh | 5,99 ct/kWh | 0,42 €/l |
| 100 € | 5,30 ct/kWh | 7,49 ct/kWh | 0,53 €/l |
| 120 € | 6,36 ct/kWh | 8,99 ct/kWh | 0,64 €/l |
| 140 € | 7,42 ct/kWh | 10,49 ct/kWh | 0,74 €/l |
| 160 € | 8,48 ct/kWh | 11,99 ct/kWh | 0,85 €/l |
| Buche und Fichte je 20 % Wassergehalt. Umrechnung Heizöl: 1 Liter ≈ 10 kWh. | |||
Die letzte Spalte ist der ehrlichste Vergleich, den es gibt: Sie sagt, wie billig Heizöl sein müsste, damit es genauso teuer wäre wie dein Holz. Liegt der Ölpreis darüber, heizt du mit Holz günstiger. Dieselbe Logik gilt für Pellets – eine Tonne enthält rund 5.000 kWh – und für Erdgas, das ohnehin schon in Cent je Kilowattstunde abgerechnet wird und sich deshalb direkt vergleichen lässt.
Ein Punkt, den fast alle Vergleiche unterschlagen: der Wirkungsgrad. Ein einfacher Kaminofen holt rund 80 Prozent der Energie in den Raum, ein moderner Scheitholzkessel gut 90. Der Rechner weist deshalb beide Zahlen aus – den reinen Brennstoffpreis und den Preis der Wärme, die tatsächlich ankommt.
Wie viel Holz für einen Winter?
Ausgangspunkt ist der Heizwärmebedarf in Kilowattstunden, der auf der letzten Abrechnung steht. Wer nur den Gasverbrauch in Kubikmetern kennt: mal zehn gerechnet ergibt ungefähr die Kilowattstunden. Danach kommen zwei Korrekturen – der Anteil, den das Holz decken soll, und der Wirkungsgrad der Feuerstätte.
| Heizwärmebedarf | Buche | Fichte | Gewicht (Buche) | Stapelplatz bei 1,8 m Höhe |
|---|---|---|---|---|
| 9.000 kWh (Neubau, 150 m²) | 6,0 Ster | 8,4 Ster | 2.911 kg | 3,3 m Wand |
| 12.000 kWh | 8,0 Ster | 11,2 Ster | 3.882 kg | 4,4 m Wand |
| 18.000 kWh (saniertes Einfamilienhaus) | 11,9 Ster | 16,9 Ster | 5.823 kg | 6,6 m Wand |
| 25.000 kWh | 16,6 Ster | 23,4 Ster | 8.087 kg | 9,2 m Wand |
| 35.000 kWh (unsanierter Altbau) | 23,2 Ster | 32,8 Ster | 11.322 kg | 12,9 m Wand |
| Wassergehalt 20 %, Wirkungsgrad 80 %, Stapeltiefe 1 m. Aus Durchläufen des Rechners auf dieser Seite. | ||||
Die letzte Spalte wird beim ersten Holzkauf regelmäßig unterschätzt. Ein Raummeter ist ein Kubikmeter gestapeltes Holz – bei 1,80 Meter Stapelhöhe und einem Meter Tiefe braucht ein durchschnittlicher Jahresbedarf also mehrere Meter überdachte Wand. Und der Stapel muss ein bis zwei Sommer stehen bleiben, wenn das Holz frisch gekauft wurde: gespalten, luftig, mit Handbreit Abstand zur Hauswand, oben abgedeckt und an den Seiten offen.
Häufige Fragen
Ster oder Raummeter – was ist der Unterschied?
Keiner. Beide bezeichnen einen Kubikmeter geschichtetes Scheitholz einschließlich der Luft dazwischen. „Ster“ kommt vom griechischen stereós für „räumlich“ und ist vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gebräuchlich, „Raummeter“ ist der amtliche Begriff. Als gesetzliche Maßeinheit wurde der Ster 1978 abgeschafft – im Holzhandel benutzt ihn trotzdem fast jeder.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Faustregel: ein Sommer für Nadelholz und weiches Laubholz, zwei Sommer für Buche und Eiche. Entscheidend ist nicht die Zeit, sondern die Bedingung – gespalten (ungespaltene Rundlinge trocknen kaum), an einem luftigen Platz, oben trocken, seitlich offen und mit Abstand zum Boden. Im Keller oder unter Plane trocknet Holz nicht, es schimmelt. Nachmessen lohnt sich: Ein einfaches Feuchtemessgerät kostet wenige Euro, und die frische Bruchfläche eines gespaltenen Scheits ist die richtige Messstelle.
Lohnt sich Nadelholz überhaupt?
Ja, wenn der Preis stimmt. Je Kilogramm liefert Fichte sogar etwas mehr Energie als Buche, nur wiegt ein Raummeter eben rund 150 Kilogramm weniger. Ein Raummeter Fichte müsste also etwa 30 Prozent günstiger sein als Buche, um gleichwertig zu sein – der Rechner sagt dir für dein konkretes Angebot, ob das der Fall ist. Praktisch ist Nadelholz zum Anfeuern und für die Übergangszeit sogar im Vorteil, weil es schneller Wärme liefert. Es funkt allerdings mehr, was im offenen Kamin stört und im geschlossenen Ofen egal ist.
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
An den fehlenden Angaben. Seriös ist ein Preis nur mit Einheit (Raum- oder Schüttraummeter), Scheitlänge, Holzart und Wassergehalt. Wer „Ster“ schreibt und Schüttraumware liefert, verkauft bei gleicher Rechnung rund 40 Prozent weniger Holz. Auch „ofenfertig“ allein ist keine Feuchteangabe – lass dir die Prozentzahl nennen und miss selbst nach. Und wer nach Gewicht verkauft, sollte den Wassergehalt garantieren: Nasses Holz ist schwer, und für Wasser zahlt man ungern Holzpreise.
Was darf ich verbrennen und was nicht?
Erlaubt ist nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung ausschließlich naturbelassenes, stückiges Holz mit weniger als 25 Prozent Wassergehalt, dazu Reisig, Zapfen und unbehandeltes Holzbrikett. Verboten sind lackiertes, lasiertes, verleimtes oder imprägniertes Holz, Spanplatten, Paletten mit Beschichtung, Verpackungen und Papier über die Anzündmenge hinaus. Der Grund ist nicht Bürokratie: Bei den Temperaturen eines Kaminofens entstehen aus solchen Materialien Dioxine und Salzsäure, die Nachbarschaft atmet sie mit, und der Ofen nimmt Schaden. Ein Kohlenmonoxid-Melder im Raum mit der Feuerstätte ist unabhängig davon eine der günstigsten Sicherheitsmaßnahmen überhaupt.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF): Merkblatt 12 „Der Energieinhalt von Holz“, Stand November 2024 – Darrdichten, Heizwerte je Wassergehalt, Verhältniszahlen zwischen den Raummaßen, Umrechnung Holzfeuchte/Wassergehalt.
- Raumdichten nach Kollmann (1982), wie im LWF-Merkblatt 12 zitiert.
- Technologie- und Förderzentrum (TFZ) Straubing sowie C.A.R.M.E.N. e. V.: Umrechnungsfaktoren Raummeter zu Schüttraummeter nach Scheitlänge.
- Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) – zulässige Brennstoffe und Feuchtegrenze für Einzelraumfeuerungsanlagen.
- Alle Tabellenwerte dieser Seite stammen aus Durchläufen des Rechners auf dieser Seite und wurden gegen die Zahlentafeln des LWF-Merkblatts 12 gegengeprüft.
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