Betonrechner

So funktioniert der Betonrechner

Der Rechner beantwortet die Frage, an der jedes Fundamentprojekt hängt: Wie viel Beton brauche ich wirklich? Du wählst die Bauform – Bodenplatte, umlaufendes Streifenfundament, Rundfundament für Pfosten und Säulen oder mehrere gleiche Punktfundamente –, gibst die Maße ein und bekommst die Menge nicht nur in Kubikmetern, sondern in allen Einheiten, in denen Beton tatsächlich verkauft wird: in Säcken zu 25 und 40 Kilogramm, in Kilogramm Zement, Sand und Kies zum Selbstmischen, in Mischungen im Freifallmischer und in Fahrmischerladungen. Dazu kommt das Gewicht in Tonnen, weil daran nicht der Beton scheitert, sondern der Transport.

Der wichtigste Unterschied zu den üblichen Rechnern steckt im dritten Schritt. Fast alle bleiben beim Volumen stehen. Volumen ist aber nur die halbe Antwort: Ein Kubikmeter Beton wiegt rund 2,4 Tonnen, und die entscheidende Frage lautet fast immer, ob man diese Menge noch mit Sackware und Schubkarre bewältigt oder ob ein Fahrmischer kommen muss. Genau diese Grenze zieht der Rechner mit, samt der Zahl an Säcken, die dahintersteckt.

Die Formel

Betonmenge = Volumen des Bauteils in m3 × (1 + Zuschlag)
Bodenplatte: Länge × Breite × Dicke  ·  Streifen: Gesamtlänge × Breite × Tiefe
Rundfundament: π × (Durchmesser ÷ 2)2 × Tiefe × Anzahl
Gewicht = Betonmenge × 2.400 kg/m3

Alle Maße gehören vorher in dieselbe Einheit. Die häufigste Fehlerquelle ist die Dicke in Zentimetern neben Längen in Metern – deshalb fragt der Rechner Dicken und Tiefen bewusst in Zentimetern ab und rechnet selbst um. Der Zuschlag deckt drei Dinge ab, die im reinen Rechteck nicht vorkommen: Der Beton sackt beim Verdichten zusammen, gewachsener Boden gibt an den Grabenrändern nach, und ein Rest bleibt in Mischer, Schubkarre und Schaufel kleben. Fünf Prozent sind der Standard, bei ausgehobenem Graben ohne Schalung sind zehn Prozent realistischer.

Wie viel Beton typische Projekte brauchen

BauteilFrischbetonGewichtSäcke à 25 kgsinnvoller Weg
Wäschespinne, ein Loch Ø 30 cm, 80 cm tief0,059 m³0,14 t5Sackware
10 Zaunpfosten, Loch Ø 25 cm, 80 cm tief0,412 m³0,99 t33Sackware oder Mischer
6 Punktfundamente 40 × 40 × 80 cm0,806 m³1,94 t65Sackware oder Mischer
Gartenhaus-Bodenplatte 3,00 × 3,00 m, 15 cm1,418 m³3,40 t114Mischer oder Minimix
Terrassenplatte 4,00 × 3,00 m, 12 cm1,512 m³3,63 t121Mischer oder Minimix
Garagenplatte 6,00 × 3,00 m, 20 cm3,780 m³9,07 t303Transportbeton
Streifenfundament Carport, 18 m × 40 × 80 cm6,048 m³14,52 t484Transportbeton

Gerechnet mit fünf Prozent Zuschlag. An der Tabelle lässt sich der Sprung gut ablesen: Zwischen der Terrasse und der Garagenplatte liegen rechnerisch nur acht Zentimeter mehr Dicke und drei Meter mehr Länge – in Säcken sind das 182 Stück mehr, gut viereinhalb Tonnen, die einzeln vom Auto in den Mischer wandern müssten.

Was die Festigkeitsklassen bedeuten

Die Bezeichnung C20/25 nennt zwei Messwerte derselben Sache: 20 Newton pro Quadratmillimeter Druckfestigkeit, gemessen nach 28 Tagen an einem Zylinder von 150 mm Durchmesser und 300 mm Höhe, und 25 N/mm² am Würfel mit 150 mm Kantenlänge. Der Würfel steht gedrungener und hält deshalb rechnerisch mehr aus. Das C stammt vom englischen concrete.

KlasseZement je m³WasserzementwertWasser je m³Sand und Kies je m³typische Verwendung
C8/10200 kg0,70140 l2.060 kgSauberkeitsschicht, Verfüllung, Magerbeton
C12/15240 kg0,65156 l2.004 kgUnterbeton, Hinterfüllung, Randsteinbettung
C16/20270 kg0,60162 l1.968 kgeinfache unbewehrte Fundamente innen
C20/25300 kg0,55165 l1.935 kgder Standard für Fundament und Bodenplatte
C25/30340 kg0,50170 l1.890 kgbewehrte Bauteile, Außenbereich mit Frost
C30/37380 kg0,45171 l1.849 kgstark beansprucht, Frost mit Taumitteln

Die Zeilen ergeben zusammen jeweils rund 2.400 Kilogramm, also genau das Gewicht eines Kubikmeters Normalbeton. Es sind Richtwerte für den üblichen Hochbau ohne besondere Expositionsklassen – wer für Wasserbau, Chemieangriff oder wasserundurchlässigen Beton plant, braucht eine Rezeptur vom Betonwerk und keinen Richtwert.

Der Wasserzementwert ist dabei die wichtigste Stellschraube überhaupt. Wasser, das nicht chemisch gebunden wird, verdunstet später und hinterlässt Poren. Deshalb macht mehr Wasser den Beton beim Einbau angenehmer und dauerhaft schwächer. Die alte Handwerkerregel dazu lautet: Lieber ordentlich rütteln als nachgießen. In Raumteilen entspricht C20/25 grob einem Teil Zement auf vier Teile Kies 0/16.

Sackware, Mischer oder Fahrmischer?

MengeGewichtSäcke à 25 kgSäcke à 40 kgMischungen im 140-l-MischerEmpfehlung
0,2 m³0,48 t16103Sackware
0,5 m³1,20 t40256Sackware oder Mischer
1,0 m³2,40 t805012Mischer oder Minimix
2,0 m³4,80 t16010023Mischer oder Minimix
3,0 m³7,20 t24015034Transportbeton
5,0 m³12,00 t40025056Transportbeton
8,0 m³19,20 t64040089Transportbeton

Ein 25-Kilo-Sack Fertigbeton ergibt etwa 12,5 Liter Frischbeton, ein 40-Kilo-Sack rund 20 Liter – also grob die Hälfte des Sackgewichts in Litern. Aus einem Kubikmeter werden damit 80 beziehungsweise 50 Säcke. Eine Palette fasst üblicherweise 48 Säcke à 25 kg oder 35 Säcke à 40 kg; die genaue Zahl steht beim Baustoffhändler. Im 140-Liter-Freifallmischer entstehen je Durchgang etwa 90 Liter Frischbeton, ein Durchgang dauert rund fünf Minuten – ein Kubikmeter bedeutet also gut eine Stunde reine Mischzeit, ohne Schleppen.

Der Fahrmischer fasst je nach Fahrzeug sieben bis neun Kubikmeter. Die meisten Betonwerke liefern schon ab einem Kubikmeter, berechnen unter etwa vier bis sechs Kubikmetern aber einen Mindermengenzuschlag, dazu Anfahrt und Wartezeit über die Freiminuten hinaus. Genau deshalb liegt die wirtschaftliche Grenze in der Praxis bei rund drei Kubikmetern, nicht dort, wo die reine Materialrechnung sie hinlegen würde.

Die drei Fehler, die beim Betonieren Geld kosten

Erstens: zu knapp bestellen. Beton lässt sich nicht nachbessern. Wenn mitten in der Bodenplatte die Menge ausgeht und die zweite Charge zwei Stunden später kommt, entsteht eine kalte Fuge – eine Schwachstelle, die genau dort reißt. Fehlende Kubikmeter kosten die ganze Platte, überschüssige nur ein paar Euro. Deshalb rundet der Rechner nach oben und schlägt den Verdichtungszuschlag auf.

Zweitens: das Gewicht unterschätzen. Ein Pkw-Anhänger mit 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht trägt knapp einen Viertelkubikmeter Beton. Wer eine Palette Sackware auf den Hänger lädt, ist mit 1,2 Tonnen weit über der Grenze – und der Hänger sieht dabei nicht einmal voll aus. Auch die Zufahrt ist ein Thema: Ein voll beladener Fahrmischer wiegt über dreißig Tonnen und hat auf frisch verlegtem Pflaster, über Sickerschächten oder auf Grundstücksentwässerungen nichts zu suchen.

Drittens: die Gründungstiefe vergessen. In Deutschland gilt eine frostfreie Gründungstiefe von 80 Zentimetern. Wer flacher gründet, bekommt beim ersten harten Winter Frosthebungen, und der Zaun oder die Terrasse steht schief. Bei Bodenplatten kommt eine tragfähige, verdichtete Schotterschicht darunter, sonst nützt die schönste Betonqualität nichts.

Häufige Fragen

Wie viele Säcke Beton brauche ich für einen Kubikmeter?

Rund 80 Säcke à 25 Kilogramm oder 50 Säcke à 40 Kilogramm, weil ein Sack etwa die Hälfte seines Gewichts in Litern Frischbeton ergibt. Das sind 2.000 Kilogramm Trockenmischung plus Anmachwasser. Als Faustregel gilt: Sackware lohnt bis etwa einem halben Kubikmeter, darüber wird Schleppen zum Hauptaufwand des Projekts.

Welche Betonklasse brauche ich für ein Fundament im Garten?

Für Zaunpfosten, Terrassen, Gartenhäuser und Carportfundamente ist C20/25 der übliche Standard und in jedem Baumarkt als Fertigbeton verfügbar. C25/30 lohnt, wenn das Bauteil bewehrt ist oder stark der Witterung ausgesetzt liegt. Magerbeton der Klassen C8/10 und C12/15 ist kein Fundamentbeton, sondern Unterbau: Sauberkeitsschicht, Verfüllung, Bettung. Bei tragenden Bauteilen am Haus entscheidet der Statiker, nicht der Baumarkt.

Wie viel Zuschlag soll ich einrechnen?

Fünf Prozent sind der Standard bei sauber geschalten Bauteilen mit ebenem Untergrund. Bei einem ausgehobenen Graben ohne Schalung sind zehn Prozent realistischer, weil die Erdwände nachgeben und der Beton in jede Unebenheit läuft. Bei Streifenfundamenten in weichem Boden sieht man in der Praxis auch fünfzehn Prozent. Der Zuschlag ist im Rechner frei einstellbar.

Kann ich Beton selbst mischen, statt Fertigbeton zu kaufen?

Ja, und bei größeren Mengen ist es deutlich günstiger, weil du lose Gesteinskörnung statt abgepackter Trockenmischung bezahlst. Der Rechner gibt dir die Mengen an Zement, Sand, Kies und Wasser passend zur gewählten Festigkeitsklasse aus. Wichtig ist die Reihenfolge beim Mischen: erst ein Teil des Wassers, dann Kies und Sand, dann Zement, dann Wasser nur noch tröpfchenweise nachgeben. Zu viel Wasser ist der einzige Fehler, den du hinterher nicht mehr korrigieren kannst.

Wie lange muss Beton aushärten, bevor ich belasten darf?

Begehbar ist er meist nach ein bis zwei Tagen, die Schalung kommt bei unbelasteten Bauteilen nach zwei bis drei Tagen ab, die Normfestigkeit gilt nach 28 Tagen als erreicht. Entscheidend sind die ersten Tage: Der Beton muss feucht bleiben, weil er nicht trocknet, sondern chemisch abbindet. Abdecken mit Folie oder feuchtem Vlies, bei Hitze zusätzlich wässern. Unter fünf Grad kommt die Reaktion fast zum Stillstand, bei Frost darf gar nicht betoniert werden.

Ersetzt der Rechner eine Statik?

Nein. Er liefert die Menge, nicht die Tragfähigkeit. Wie dick eine Platte sein muss, ob und wie sie bewehrt wird, wie tief gegründet werden muss und welche Expositionsklasse der Beton braucht, hängt von Bodenverhältnissen und Lasten ab. Bei allem, was am Haus hängt oder Lasten aus einem Gebäude abträgt, gehört diese Entscheidung zu einem Statiker oder Bauingenieur.

Quellen

Mehr aus dieser Kategorie: Alltagsrechner: Datum, Zeit & Umrechner

Auch beliebt: Kalorienbedarfsrechner · Pace-Rechner · Mehrwertsteuer-Rechner

Entdecke über 40 Rechner für jeden Tag auf rechnido – kostenlos und ohne Anmeldung.