Autokosten-Rechner

So funktioniert der Autokosten-Rechner

Die meisten Autofahrer kennen ihre Tankrechnung und den Versicherungsbeitrag – und unterschätzen trotzdem, was ihr Auto wirklich kostet. Der Grund ist einfach: Der größte Posten taucht auf keinem Kontoauszug auf. Der Wertverlust wird erst beim Verkauf sichtbar, und bis dahin fühlt sich das Auto günstiger an, als es ist. Dieser Rechner stellt alle Kostenarten nebeneinander, die über die gesamte Haltedauer anfallen, und rechnet sie auf Monat, Jahr und Kilometer herunter – das Verfahren, das Autoclubs und Fuhrparkmanager als „Total Cost of Ownership“ (Gesamtbetriebskosten) bezeichnen.

Du gibst Kaufpreis, Haltedauer, Fahrleistung, Verbrauch und die laufenden Posten ein. Den Restwert kannst du selbst schätzen oder vom Rechner ableiten lassen. Als Ergebnis siehst du die monatliche Belastung, die Kosten je Kilometer auf der Skala vom Kleinwagen- bis zum Luxusniveau, den prozentualen Anteil jedes Postens und die Summe über die gesamte Haltedauer.

Die Formeln

Wertverlust pro Jahr = (Kaufpreis − Restwert) ÷ Haltedauer
Kraftstoff pro Jahr = Fahrleistung ÷ 100 × Verbrauch × Preis je Liter (bzw. kWh)
Kapitalkosten pro Jahr = (Kaufpreis + Restwert) ÷ 2 × Zinssatz
Fixkosten = Wertverlust + Versicherung + Kfz-Steuer + Sonstiges + Kapitalkosten
Variable Kosten = Kraftstoff + Wartung + Reifen
Kosten je Kilometer = (Fixkosten + variable Kosten) ÷ Fahrleistung

Die Trennung in fixe und variable Kosten ist mehr als eine Buchhaltungsübung. Fixkosten fallen an, ob das Auto fährt oder steht – wer sein Auto wenig bewegt, zahlt je Kilometer besonders viel. Variable Kosten wachsen mit jeder Fahrt. Die Kapitalkosten setzen an, dass das im Auto gebundene Geld anderswo Zinsen bringen könnte (oder bei Finanzierung Zinsen kostet); gerechnet wird mit dem durchschnittlich gebundenen Betrag, also dem Mittel aus Kaufpreis und Restwert.

Wie der Restwert geschätzt wird

Lässt du das Restwert-Feld auf 0, setzt der Rechner einen typischen Verlauf des Gebrauchtwagenmarkts an: rund 20 Prozent Verlust im ersten Jahr, danach etwa 12 Prozent pro Jahr auf den jeweils verbliebenen Wert. Das entspricht den Durchschnittswerten, die Marktbeobachter wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) seit Jahren ausweisen – einzelne Modelle weichen erheblich ab. Wer den realistischen Restwert seines konkreten Modells kennt, etwa aus Gebrauchtwagenbörsen, sollte ihn eintragen.

HaltedauerRestwert (geschätzt)Wertverlust bei 25.000 € Kaufpreispro Jahr
1 Jahr80 %5.000 €5.000 €
3 Jahre62 %9.512 €3.171 €
5 Jahre48 %13.006 €2.601 €
8 Jahre33 %16.826 €2.103 €
10 Jahre25 %18.670 €1.867 €

Die Tabelle zeigt, warum eine lange Haltedauer die wirksamste Sparmaßnahme ist: Wer sein Auto zehn statt drei Jahre fährt, senkt den jährlichen Wertverlust um mehr als 40 Prozent – bei steigenden, aber meist deutlich kleineren Reparaturkosten.

Beispiel: Kompaktwagen mit 15.000 km im Jahr

Kaufpreis 25.000 €, Haltedauer 5 Jahre, Benziner mit 7 l/100 km bei 1,75 €/l, Versicherung 900 €, Steuer 120 €, Wartung 600 €, Reifen 200 €, 50 € Sonstiges pro Monat, 3 Prozent Kapitalkosten (Werte aus dem Rechner).

Postenpro JahrAnteil
Wertverlust2.601 €35 %
Kraftstoff1.838 €25 %
Versicherung900 €12 %
Wartung und Reparaturen600 €8 %
Sonstiges (Stellplatz, HU, Pflege)600 €8 %
Kapitalkosten555 €7 %
Reifen200 €3 %
Kfz-Steuer120 €2 %
Summe7.414 € (618 € im Monat)49,4 Cent je km

Der Kraftstoff, an den alle zuerst denken, macht ein Viertel aus. Wertverlust und Kapitalkosten zusammen – beides Posten ohne Rechnung – kommen auf 42 Prozent. Und gut zwei Drittel der Gesamtsumme sind Fixkosten, die auch dann anfallen, wenn das Auto in der Garage steht.

Einordnung: Was ist teuer, was günstig?

Kosten je kmTypisch fürSkala
unter 35 CentKleinwagen, günstige Gebrauchte, lange Haltedauer, hohe Fahrleistunggrün
35 bis 60 CentKompakt- und Mittelklasse, durchschnittliche Fahrleistunggelb
60 bis 90 CentObere Mittelklasse, SUV, Neuwagen mit kurzer Haltedauerorange
über 90 CentOberklasse, Sportwagen, Wenigfahrer unter 8.000 kmrot

Zum Vergleich: Die steuerliche Kilometerpauschale für Dienstreisen mit dem eigenen Pkw liegt seit Jahren bei 30 Cent je Kilometer. Für die meisten Autos deckt sie also nicht einmal die Vollkosten – ein Grund, bei häufigen Dienstfahrten die tatsächlichen Kosten nachzuweisen.

Häufige Fragen

Warum zählt der Wertverlust, obwohl ich nichts überweise?

Weil das Geld trotzdem weg ist – nur zeitversetzt. Wer ein Auto für 25.000 € kauft und nach fünf Jahren für 12.000 € verkauft, hat 13.000 € für die Nutzung bezahlt, also 217 € im Monat. Bei Leasing oder Abo wird genau dieser Betrag als Rate sichtbar; beim Kauf verschwindet er in der Differenz zwischen zwei weit auseinanderliegenden Zeitpunkten. Für einen ehrlichen Vergleich, etwa mit dem Deutschlandticket oder mit Carsharing, muss er mitgerechnet werden.

Wie rechne ich bei einem Elektroauto?

Wähle „Elektro“ und trage den Verbrauch in kWh je 100 km sowie den Strompreis je kWh ein – zu Hause meist 30 bis 40 Cent, an Schnellladesäulen unterwegs 50 bis 80 Cent. Bei gemischtem Laden lohnt ein Mittelwert nach Anteilen. Reine Elektroautos sind nach § 3d KraftStG befristet von der Kfz-Steuer befreit (derzeit bis Ende 2030, eine Verlängerung ist angekündigt); Wartungskosten liegen wegen fehlender Ölwechsel, Zündkerzen und Auspuffanlage meist unter denen eines Verbrenners, die Reifenkosten wegen des höheren Gewichts eher darüber.

Was gehört in die Kapitalkosten – und muss ich sie ansetzen?

Wenn du das Auto finanzierst, trage den Kreditzins ein. Wenn du bar zahlst, den Zinssatz, den das Geld sonst bringen würde – etwa den Tagesgeld- oder ETF-Ertrag. Wer die Kapitalkosten weglässt (0 %), bekommt die Rechnung, die die meisten Haushalte intuitiv anstellen; wer sie ansetzt, bekommt die betriebswirtschaftlich vollständige. Beide Sichtweisen sind zulässig, solange man beim Vergleich zweier Autos dieselbe wählt.

Warum sinken die Kosten je Kilometer, wenn ich mehr fahre?

Weil sich die Fixkosten – Wertverlust, Versicherung, Steuer, Stellplatz, Kapital – auf mehr Kilometer verteilen. Bei 5.000 km im Jahr trägt jeder Kilometer ein Sechstel mehr Fixkosten als bei 30.000 km, obwohl die Gesamtsumme steigt. Das ist der Grund, warum sich ein Auto für Wenigfahrer je Kilometer kaum je unter 60 Cent rechnen lässt und Carsharing oder Mietwagen dort oft günstiger sind.

Welche Posten vergessen die meisten?

Reifen (Kauf alle drei bis fünf Jahre, zweimal Wechseln im Jahr, Einlagerung), Hauptuntersuchung alle zwei Jahre, Parkgebühren und Stellplatz, Wäsche und Pflege, Kleinreparaturen außerhalb der Inspektion und – bei Neuwagen – die erste Inspektion mit Ölwechsel. Für „Sonstiges“ sind 40 bis 80 € im Monat ein realistischer Rahmen; wer einen Tiefgaragenplatz mietet, liegt schnell bei 100 bis 150 €.

Quellen

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