So funktioniert der Heizkosten-Rechner
Auf der Jahresabrechnung steht ein Betrag – aber nicht, ob er hoch oder niedrig ist. Genau das beantwortet dieser Rechner. Du trägst ein, womit du heizt, wie viel du im Jahr verbrauchst und was du je Einheit zahlst; heraus kommen die Heizkosten pro Jahr, pro Monat, pro Quadratmeter und pro Kilowattstunde, dazu die Einordnung deines Verbrauchs nach den Vergleichswerten des Heizspiegels, die CO₂-Bilanz und ein Vergleich, was dieselbe Wärmemenge mit einem anderen Energieträger kosten würde. Wer seinen monatlichen Abschlag einträgt, sieht zusätzlich, ob eine Nachzahlung droht oder Geld zurückkommt.
Der Rechner arbeitet mit den Einheiten, die auf deiner Rechnung stehen: Kubikmeter bei Gas, Liter bei Heizöl und Flüssiggas, Kilogramm bei Pellets, Raummeter bei Scheitholz, Kilowattstunden bei Fernwärme, Wärmepumpe und Elektroheizung. Du musst also nichts vorher umrechnen.
Die Rechnung in drei Schritten
Kosten pro Jahr = Verbrauch × Preis je Einheit + Grundpreis
Nutzwärme (kWh) = Endenergie × Nutzungsgrad der Anlage (bei der Wärmepumpe: × JAZ)
Kennwert = (Nutzwärme − Warmwasser) ÷ beheizte Wohnfläche
Der Unterschied zwischen Endenergie und Nutzwärme ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche schiefgehen. Abgerechnet wird die Endenergie – also das, was in den Kessel oder in die Wärmepumpe hineingeht. Im Raum ankommt nur die Nutzwärme. Ein Brennwertkessel macht aus 100 Kilowattstunden Gas rund 95 Kilowattstunden Wärme, ein alter Standardkessel eher 75. Eine Wärmepumpe dreht das Verhältnis um: Aus 100 Kilowattstunden Strom werden bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 satte 350 Kilowattstunden Wärme, weil der größte Teil aus der Umgebung stammt und nicht bezahlt werden muss. Nur wenn man auf die Nutzwärme umrechnet, lassen sich Energieträger überhaupt vergleichen.
Heizwerte, Nutzungsgrade und CO₂ je Energieträger
Diese Werte rechnen im Hintergrund mit. Sie sind Durchschnittswerte – der Brennwert deines Erdgases steht auf deiner Rechnung und kann davon abweichen.
| Energieträger | Energie je Einheit | Nutzungsgrad / JAZ | CO₂ je kWh |
|---|---|---|---|
| Erdgas (m³) | ca. 9,5 kWh (Brennwert × Zustandszahl) | 95 % (Brennwertkessel) | 0,201 kg |
| Erdgas (kWh) | 1 kWh | 95 % | 0,201 kg |
| Heizöl (Liter) | 10,0 kWh | 90 % | 0,266 kg |
| Holzpellets (kg) | 4,8 kWh | 85 % | 0,022 kg (biogen) |
| Scheitholz Buche (Raummeter) | ca. 1.900 kWh | 75 % | 0,022 kg (biogen) |
| Flüssiggas (Liter) | 6,57 kWh | 93 % | 0,236 kg |
| Fernwärme (kWh) | 1 kWh | 98 % (Übergabe) | ca. 0,18 kg |
| Wärmepumpe (kWh Strom) | 1 kWh | JAZ 3,5 (einstellbar) | 0,363 kg (Strommix) |
| Elektroheizung (kWh) | 1 kWh | 100 % | 0,363 kg |
Bei Erdgas fällt auf, dass der Umrechnungsfaktor selten glatt bei 10 liegt. Das hat zwei Gründe: Der Brennwert schwankt je nach Herkunft des Gases zwischen etwa 8,5 und 11,5 Kilowattstunden je Kubikmeter, und die Zustandszahl korrigiert Höhenlage und Temperatur am Zähler. Beide Werte stehen auf der Jahresrechnung – wer sie einträgt, rechnet exakt statt geschätzt.
Was ist normal? Die Vergleichswerte
Der Kennwert in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr ist die Zahl, mit der sich Wohnungen und Häuser vergleichen lassen. Der Rechner zieht dafür den geschätzten Warmwasseranteil von rund 12 Kilowattstunden je Quadratmeter ab, wenn das Warmwasser über dieselbe Anlage läuft – sonst würde eine Wohnung mit zentraler Warmwasserbereitung automatisch schlechter dastehen.
| Kennwert | Einordnung | Typischer Gebäudezustand |
|---|---|---|
| unter 100 kWh/m² | niedrig | Neubau oder umfassend saniert, gute Dämmung |
| 100–160 kWh/m² | mittel | der häufigste Fall im Bestand, teilsaniert |
| 160–220 kWh/m² | erhöht | alte Fenster, ungedämmte Fassade oder Dach |
| über 220 kWh/m² | zu hoch | unsanierter Altbau, alte Heiztechnik, oft beides |
Zur Einordnung der Spannweite: Ein Passivhaus kommt mit rund 15 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr aus, ein unsanierter Altbau aus den 1960er-Jahren liegt nicht selten über 250. Zwischen beiden Enden liegt der Faktor 15 – bei gleicher Wohnfläche und gleicher Wohlfühltemperatur.
Was dieselbe Wärme woanders kostet
Der Rechner rechnet deine Nutzwärme in jeden anderen Energieträger um und nennt die günstigste Alternative. Grundlage sind Orientierungspreise mit Stand September 2026; die Tabelle zeigt, wie stark sich Arbeitspreis und Anlageneffizienz gemeinsam auswirken.
| Energieträger | Preis je Einheit | Preis je kWh Endenergie | Preis je kWh Nutzwärme |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe (Strom) | 0,28 €/kWh | 28,0 ct | 8,0 ct (bei JAZ 3,5) |
| Holzpellets | 0,33 €/kg | 6,9 ct | 8,1 ct |
| Scheitholz Buche | ca. 124 €/Raummeter | 6,5 ct | 8,7 ct |
| Heizöl | 1,05 €/l | 10,5 ct | 11,7 ct |
| Erdgas | 0,12 €/kWh | 12,0 ct | 12,6 ct |
| Flüssiggas | 0,80 €/l | 12,2 ct | 13,1 ct |
| Fernwärme | 0,13 €/kWh | 13,0 ct | 13,3 ct |
| Elektroheizung direkt | 0,31 €/kWh | 31,0 ct | 31,0 ct |
Die Zeile zur Wärmepumpe erklärt das Paradox, über das viele stolpern: Strom ist mit Abstand die teuerste Kilowattstunde – und trotzdem heizt die Wärmepumpe am günstigsten, weil sie aus einer gekauften Kilowattstunde drei bis vier macht. Entscheidend ist deshalb nicht der Strompreis allein, sondern das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Unterhalb einer JAZ von etwa 2,3 kippt die Rechnung beim heutigen Preisverhältnis zugunsten des Gaskessels.
Wichtig: Der Vergleich rechnet nur die laufenden Energiekosten. Anschaffung, Einbau, Schornsteinfeger, Wartung, Lagerraum und Förderung stehen nicht darin – bei einem Heizungstausch entscheiden diese Posten oft mehr als der Arbeitspreis.
Abschlag, Nachzahlung und die Nebenkostenabrechnung
Der monatliche Abschlag ist eine Vorauszahlung auf einen geschätzten Verbrauch, keine Rechnung. Wer ihn einträgt, sieht sofort, ob die Schätzung passt. Zwei Punkte sind dabei wichtig: Erstens darf der Versorger den Abschlag anpassen, und du darfst eine Senkung verlangen, wenn dein tatsächlicher Verbrauch deutlich niedriger liegt. Zweitens ist ein zu niedriger Abschlag kein Geschenk, sondern eine gestundete Rechnung – die Nachzahlung kommt trotzdem, nur später und auf einen Schlag.
Mieterinnen und Mieter rechnen mit diesem Werkzeug ihre eigene Heizung durch, nicht die Betriebskostenabrechnung. Bei zentraler Heizung im Mehrfamilienhaus wird nach der Heizkostenverordnung abgerechnet: mindestens 50 und höchstens 70 Prozent nach erfasstem Verbrauch, der Rest nach Fläche. Seit Ende 2021 gilt zusätzlich, dass unterjährige Verbrauchsinformationen bereitgestellt werden müssen, wenn fernablesbare Zähler verbaut sind – und seit 2023 teilen sich Vermieter und Mieter den CO₂-Preis nach einem Stufenmodell, das sich am energetischen Zustand des Gebäudes orientiert. Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto größer der Anteil des Vermieters.
Die wirksamsten Sparhebel
Der Rechner weist aus, was ein Grad weniger Raumtemperatur bei dir im Jahr spart. Die Faustregel dahinter: rund 6 Prozent Heizenergie je Grad. Von 22 auf 20 Grad sind das schon etwa 12 Prozent. Weitere Hebel, sortiert nach Aufwand:
| Maßnahme | Typische Einsparung | Aufwand |
|---|---|---|
| Raumtemperatur um 1 °C senken | ca. 6 % | keiner |
| Nachtabsenkung nutzen | 3–8 % | Einstellung an der Heizung |
| Stoßlüften statt Kippfenster | bis 5 % | Gewohnheit |
| Heizungsrohre im Keller dämmen | 3–7 % | ein Nachmittag, wenige Euro je Meter |
| Hydraulischer Abgleich | 5–15 % | Fachbetrieb, oft förderfähig |
| Heizkurve und Vorlauftemperatur anpassen | 5–10 % | Fachbetrieb oder versierter Laie |
Häufige Fragen
Warum steht auf meiner Gasrechnung nicht glatt 10 kWh je Kubikmeter?
Weil zwei Faktoren zusammenkommen. Der Brennwert hängt von der Zusammensetzung des Gases ab und liegt je nach Herkunft zwischen etwa 8,5 und 11,5 Kilowattstunden je Kubikmeter. Die Zustandszahl korrigiert zusätzlich Luftdruck und Temperatur am Zählerstandort – in höheren Lagen ist sie kleiner. Beide Werte stehen auf der Jahresabrechnung; multipliziert ergeben sie den Umrechnungsfaktor, den du im Rechner eintragen kannst.
Mein Kennwert liegt über 200 – ist meine Heizung schuld?
Meistens nicht allein. Ein hoher Kennwert entsteht aus dem Zusammenspiel von Gebäudehülle, Heiztechnik, Wohnverhalten und Lage der Wohnung. Eine Dachgeschosswohnung mit drei Außenwänden verbraucht bei identischer Technik deutlich mehr als eine Mittelwohnung. Bevor die Heizung getauscht wird, lohnt der Blick auf Dämmung, Fenster und einen hydraulischen Abgleich – der ist deutlich günstiger und wirkt sofort.
Wie kommt der Warmwasseranteil zustande?
Der Rechner setzt rund 12 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr an, das entspricht der üblichen Größenordnung bei zentraler Warmwasserbereitung, und begrenzt den Abzug auf höchstens 35 Prozent des Gesamtverbrauchs. Das ist eine Schätzung: Ein Zwei-Personen-Haushalt mit Wanne verbraucht deutlich mehr als eine Einzelperson mit Kurzduschen. Wer einen separaten Warmwasserzähler hat, rechnet genauer, indem er den Wert selbst abzieht und im Rechner „nur Heizung“ wählt.
Lohnt der Wechsel auf eine Wärmepumpe, wenn der Rechner sie als günstigste Alternative nennt?
Die Zeile beantwortet nur eine Frage: Was würde dieselbe Wärmemenge an laufenden Energiekosten kosten? Für eine Entscheidung fehlen Anschaffung, Einbau, mögliche Förderung, der Zustand der Heizkörper und vor allem die realistisch erreichbare Jahresarbeitszahl. Sie hängt stark von der nötigen Vorlauftemperatur ab: In einem gut gedämmten Haus mit Flächenheizung sind 4,0 möglich, in einem unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern eher 2,5. Der Rechner lässt dich die JAZ deshalb selbst einstellen – probier beide Enden einmal durch.
Warum weist der Rechner CO₂ und CO₂-Preis getrennt aus?
Weil beides unterschiedliche Fragen beantwortet. Die Kilogramm zeigen die Klimawirkung deines Heizens, der Betrag zeigt, welcher Teil deiner Rechnung bereits auf den nationalen CO₂-Preis entfällt – er steckt bei Erdgas, Heizöl und Flüssiggas seit 2021 im Preis. Bei Holz und Pellets wird die Verbrennung als weitgehend klimaneutral gewertet, weil das Kohlendioxid zuvor beim Wachsen gebunden wurde; dort fällt kein nationaler CO₂-Preis an.
Quellen
- co2online / Deutscher Heizspiegel: Vergleichswerte für den Heizenergieverbrauch in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr.
- Umweltbundesamt: Emissionsfaktoren für Brennstoffe und Strommix, Hinweise zum Einsparpotenzial je Grad Raumtemperatur.
- Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) samt Preispfad für den nationalen CO₂-Preis.
- Heizkostenverordnung (HeizkostenV), insbesondere §§ 6–7 zur Verteilung nach Verbrauch und Fläche.
- Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) zum Stufenmodell für Vermieter und Mieter.
- Bundesnetzagentur und BDEW: Preisniveaus für Erdgas, Fernwärme und Strom, Stand September 2026.
- Alle Tabellenwerte dieser Seite stammen aus Durchläufen des Rechners auf dieser Seite.
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